Staubfreie Luft und Licht in der Werkstatt

Wer einen Kellerraum mit wenig Tageslicht als Holz-Werkstatt nutzt, kennt das Problem wahrscheinlich: Fräse, Schwingschleifer als auch diverse Sägen produzieren Unmengen an Feinstaub, trotz Absaugung.

Die erste (wohlgemerkt sehr große) Verbesserung der Staubbelastung habe ich durch die Absaugung direkt an den Maschinen mit der Kombination aus Industrie-Sauger* von Kärcher in Kombination mit einem Zyklon* (Fliehkraftabscheider) auf Metallfass* erreicht. Unschlagbare Kombination, nie wieder ein zugesetzter Filter und volle Saugleistung auch bei enormem Späne/Staub-Aufkommen, z.B. an der Tischkreissäge.

Luftreiniger Industriesauger mit Zyklon Fliehkraftabscheider

Aber gerade beim Fräsen und Schleifen gelangt trotzdem sehr viel Feinstaub in die Luft, der sich dann auch später überall als ein feiner Staubbelag absetzt.

Also habe ich mal recherchiert, was man dagegen tun kann und zwei vielversprechende Lösungen gefunden.

Nummer eins klingt sehr praktikabel: man baut sich einen (sehr starken) Lüfter samt Vorfilter in einen Fensterrahmen und läßt ihn die Luft aus der Werkstatt ziehen. Das erzeugt natürlich einen ordentlichen Unterdruck und man sollte einen Durchzug im Keller schaffen können (also andere Tür/Fenster öffnen). Wenn der Lüfter dann läuft, wirbelt man den Staub im Keller auf, z.B. mit Kompressor und Druckluft-Pistole. So wird die Werkstatt wohl in Minuten staubfrei.

Da diese Lösung für den Winter aber eher ungeeignet ist, habe ich mich also erstmal für die „Umluft-Lösung“ entschieden. (Aber die erste Variante werde ich wohl trotzdem noch bauen).

Klar, man kann sich hierfür auch etwas Fertiges kaufen, z.B. die Einstiegsklasse* von RecordPower für knapp 200€. Oder man baut sich etwas für seine eigenen Ansprüche und integriert gleich noch ein extrem helles LED-Panel 😉

Hier der grobe Entwurf mit SketchUp:

SketchUp für Luftreiniger mit LED

Als wurde zuerst nach passenden Lüftern Ausschau gehalten. Diese sollten natürlich einen ausreichenden Luftstrom von ca. 500-600 m³/h erreichen, dabei aber möglichst leise sein, trotzdem aber stark genug, um gegen ein Filtervlies arbeiten zu können.

Da fiel die Wahl recht schnell auf den Arctic P14, der speziel für „statischen Druck“ ausgelegt ist. Gibt’s praktischerweise im 5er Pack zu kaufen*. Da die PST PWM-Variante günstiger war, habe ich diese gekauft. Der „normale“ P14 PST tut’s aber genauso.

Ein noch größerer Lüfter macht natürlich auch Sinn, aber da ich eine möglichst flache und eher längliche Konstruktion wollte, komme ich so auf eine Gesamthöhe von lediglich 20cm.

Für das LED Panel galt für mich: je heller, desto besser. Und damit ich sowohl die Lüfter als auch das Panel mit demselben Netzteil betreiben kann, habe ich einen 12V LED Strip von Mextronic* bestellt – 5m, 72W, 9000 Lumen, 5700K, CRI > 92. Natürlich mit passendem = ausreichend dimensionierten Meanwell-Netzteil (100W)* und Funk-Dimmer*.

So viel vorweg: das Licht ist der Hammer!

Zur besseren Kühlung wurden die 6 Stripes à 83cm auf ein 1.5mm starkes Alu-Blech geklebt (vorher mit Silikonreiniger entfettet), und die 6 Strips jeweils einzeln mit Strom versorgt (parallel geschalten, um Helligkeitsunterschiede zu minimieren). Und da das Alu-Blech von oben auch noch duch die Lüfter gekühlt wird, ist das optimal.

Für das „Glas“ im Panel habe ich mir einfach leicht satiniertes Plexiglas mit 3mm Stärke besorgt (ca. 80% Lichtdurchlässigkeit).

Zum Schneiden der schmalen Leisten (Bilderrahmen und Stege für die Gitter-Rahmen) kamen meine neuen Featherboards* für die Tischkreissäge* zum Einsatz. Es gibt einfach Dinge, bei denen fragt man sich, warum man sie sich nicht schon viel früher gekauft hat!

Werde mir auch noch eine Nut in den Frästisch einlassen, denn die Boards sind nicht nur unglaublich praktisch, da sie ein Verrutschen des Holzes verhindern, sondern auch noch ein echter Sicherheitsgewinn für die Finger:

Luftreiniger Featherboard für Tischkreissäge

Die Filtermatte wird in der Konstruktion einfach zwischen zwei Hasengitter-Rahmen geklemmt. Bisher habe ich diese beiden Rahmen seitlich verschaubt, d.h. ich kann den Filter später (recht) einfach rausnehmen und ausblasen. Oder ersetzen.

Als Filtervlies benutze ich ca. 20 mm starke G4 Filtermatten*, die ich dank Lüftungsanlage sowieso quadratmeterweise auf Lager habe.

Das Holz für die Box und das LED-Panel war dank Tischkreissäge und Kappsäge schnell zugeschnitten (Rückseite 3mm HDF weiß, Rest 15 und 18mm Birke Multiplex). Nur die „Ausschnitte“ für die Lüfter waren etwas tricky. Habe mich für die saubere Variante entschieden, und mir aus Reststücken ein Template für die Oberfräse* gebaut, dieses mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt und dann mit einem Bündig-Fräser* sauber „ausgeschnitten“.

Um die Drehlzahl der Lüfter steuern zu können, habe ich mir außerdem noch einen PWM-Controller* mit Drehregler (und Ausschalter) besorgt und eingebaut. Damit kann ich die Lüfter auch unabhängig vom Licht laufen lassen.

Die Aufhängung habe ich mittels Haken und Ketten realisiert, so kann ich die Höhe (oder sogar Position) variieren. Natürlich macht es Sinn, dass der Luftreiniger in der Nähe hängt, wenn Staub produziert wird. Habe daher eine Steckdose direkt an die Fassung der Neon-Röhre angebracht und mal vorsorglich ein etwas längeres Stromkabel angebracht. Zur Not könnte ich den Filter auch abbauen und z.B. auf den Tisch stellen und laufen lassen.

Bin mal gespannt, wie sich der Filter bewährt und wie schnell sich das Vlies zusetzen wird! Den Luftstrom spüre ich jedensfalls deutlich, und das bei sehr angenehmer Lautstärke („flüsterleise“).

Hier noch ein paar Bilder vom Bau und das Endergebnis.

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Finale: Einbauschrank unter der Treppe

Nachdem wir immer wieder nach dem Einbauschrank gefragt wurden, wollen wir euch natürlich ein paar Fotos vom Endergebnis nicht vorenthalten.

Die Blenden gingen zum Glück einfacher (und schneller) als zunächst gedacht. Und um nicht nochmal eine ganze Platte MDF (6m²) dafür besorgen zu müssen, habe ich die MDF Reste von den Fronten zusammengefügt und damit praktisch alle MDF Reste verwerten können.

Wenn die Schnittkanten nicht sichtbar sein sollen, muss man diese natürlich sehr sauber verspachteln (und vorher leicht anfasen). Mit dem passenden MDF Spachtel* ist das aber überhaupt kein Problem.

Die Blende zwischen Treppenstufen und Schrank ist ein einfaches „L“, auch aus MDF, das ich an der Rückseite mit Holzklötzchen (einer pro Korpus) versehen habe und dann mittels Verschraubung von unten durch den Korpus befestigt habe. Details dazu siehe Fotos:

Eine Herausforderung waren aber dann die spitzen Winkel an den großen Tür-Fronten oben. Denn kaum war die Blende montiert, ließen sich die Türen nicht mehr schließen… das hatte ich nicht bedacht! Zum Glück ließ sich das Problem kurzerhand mit dem Schwingschleifer lösen, indem ich von der Innenseite einfach Material von der Innenecke abgetragen habe 🙂

Außerdem kamen noch ein paar Schubladen und Auszüge dazu, so dass das Innenleben nun komplett ist.

Wieder um viele Holzwerken-Erfahrung reicher ging es auch schon an die nächsten (eher kleinenren) Projekte, und Weiteres ist aktuell auch schon in Planung.

Neben mehreren Metern floating shelves für das Treppenhaus (Eiche massiv), will ich die Sockelleiste der Küchenschränke aus Holz bauen (und den Plastik-Murks von Ikea ersetzen), sowie ein Schrank/Regal-System für die Vorratskammer. Als weiteres Großprojekt gibt’s dann außerdem noch ein Sideboard für’s Wohnzimmer, schätzungsweise mit integrierter Soundbar (DIY). Der Weihnachtsurlaub will ja schließlich sinnvoll genutzt werden 😉

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Vorbereitung Einbauschrank: Treppe geschlossen

Es wurde Zeit unser Garderoben-Provisorium aus 3 alten Schränken im Kellerflur / Eingangsbereich anzugehen.

Um unsere komplette Garderobe inkl. Schuhe und allerlei Hunde-Zubehör sauber und geschlossen unterbringen zu können, planen wir aktuell einen Einbauschrank unter unserer Kellertreppe als nächstes DIY Projekt.

Wie man auf den Bildern sehen kann, wollen wir nicht die komplette Tiefe der Treppe ausnutzen. Die Korpusse wollen wir selbst bauen, uns aber an den Ikea-Maßen orientieren, damit wir das Innenleben wie Schubladen, Regalböden, etc. aus der Ikea PAX Serie (wieder)verwenden können.

Da wir eine offene Treppe vom Keller ins Erdgeschoss haben, musste diese als erster Schritt geschlossen werden. Hier ein paar Impressionen, inkl. Ergebnis:

Dieses Projekt war natürlich wieder ein idealer Anlass, den Werkzeug-Fuhrpark zu erweitern, schließlich müssen die Deckbretter ja präzise zugesägt und gebohrt werden! 😉

Und da ich schon immer eine Tischkreissäge haben wollte, wurde nach ausgiebiger Recherche die Makita 2704 TKS* angeschafft. Ein absoluter Heimwerker-Traum! Trotz dem recht günstigen Preis ist die Präzision gigantisch. Der Parallelanschlag läßt sich perfekt ausrichten und ~2/10mm Genauigkeit sind machbar. Später werde ich mir für die Tischkreissäge noch einen Sägeschlitten bauen und ein Inlay für die Fräse samt Lift in die ausziehbare Tischverbreiterung.

Makita 2704 Tischkreissäge auf fahrbarem Unterschrank

Für perfekt gerade Bohrungen und bestmögliche Flexibilität kam dann noch der WABECO Säulen-Bohrständer mit 50cm Ausleger* dazu. Der hat sich schon sehr, sehr bewährt. Sowohl für ultra-filigrane Bohrarbeiten z.B. für meine selbst geätzten Platinen (mit 0.8mm VHM Speerbohrer) als auch für Serienbohrungen, wo es auf die richtige Bohrtiefe ankommt. Die 32 Dübellöcher für den fahrbaren Unterschrank für die Tischkreissäge gingen damit sehr flott!

Damit das Holz nicht zu stark arbeitet und die Deckbretter mit möglichst unauffälligen Fugen angebracht werden können, habe ich mich für MDF 18mm entschieden. Werde für die Korpusse das gleiche Material verwenden. Habe also eine 6m² große Platte beim örtlichen Holzgroßhandel (Kuhmann & Dill) für einen super Preis bekommen, inkl. Transportzuschnitt. Hätte nicht gedacht, dass das günstiger als Hornbach & Co wird, und zudem bekommt man auch noch einen super Service. Die sehen mich bestimmt bald wieder 😉

Der feine Zuschnitt inkl. der Gehrungen für die Treppenbretter ging auch sehr flott. Da die Treppenstufen abgerundet sind, habe ich noch in jedes Deckbrett eine passende Aussparung gesägt, damit es später keine sichtbare Fuge zwischen Deckbrett und Treppenstufe gibt. Bei den ersten Tauchschnitten mit der Tischkreissäge (also ohne Spaltkeil) waren die Knie schon etwas weich 😉 Bei sowas ist allergrößte Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Aber das Ergebnis überzeugt! Zudem geht sowas mit Tauchschnitt mit deutlich weniger Staub (und viel schneller!) als mit der Oberfräse.

Für die perfekte Einstellung des Sägeblatts sowohl für 90° als auch alle anderen Zwischenwinkel kann ich eine digitale & feststellbare Schmiege* sehr empfehlen. Damit konnte ich den Winkel zwischen Wange und Treppenstufe super einfach direkt auf das Sägeblatt der Tischkreissäge übertragen.

Für die Bohrungen habe ich mir eine Schablone zum Anzeichnen gebaut und dann mit dem neuen Bohrständer* gebohrt und die Löcher für die Schrauben angesenkt, damit die Schraubköpfe später bündig mit der Oberfläche sind und mit weißen Abdeckkappen speziell für Torx-Schrauben* sehr unauffällig versteckt werden können.

Habe mir dazu auch noch einen Satz hochwertige Kegel-Senker* besorgt. Die Löcher sind absolut perfekt geworden, keinerlei Ausfransungen (mit minimaler Drehzahl arbeiten!).

Schließlich wurden noch die Kanten der Bretter gebrochen. Das ging mit meinem neuen Taschenhobel* super einfach. Absolute Kaufempfehlung, am besten die Variante mit Griff nehmen, liegt super in der Hand und ist rasiermesserscharf. Geht viel besser und sauberer als mit Schleifpapier.

Damit später kein Luftstau unter der Treppe ist, habe ich in das unterste = unauffälligste & normalerweise unsichtbare Deckbrett ein Lüftungsgitter* eingebaut.

Als nächster Schritt war dann also die Lackierung dran.

Habe mich für den seidenmatten Acryl-Lack auf Wasserbasis von Hornbach entschieden, da ich auf normalem Leimholz damit auch schon sehr gute Ergebniss hinbekommen habe. Da MDF etwas anspruchsvoller beim Lackieren ist, habe ich die Bretter sehr fein mit meinem Makita Schwingschleifer* vorgeschliffen (80, 120 und 240er Körnung), natürlich mit angeschlossenem Industriesauger (der feine MDF Staub sollte nicht eingeatmet werden).

Dann kamen zwei Schichten Grundierung und dann zwei Schichten Lack drauf, immer dazwischen mit 240er nach der Trocknung geschliffen und mit einem Microfasertuch den Staub entfernt.

Habe mit dieser Vorbereitung und einer Lackierwalze von Hornbach hervorragende Ergebnisse erzielt. Wichtig ist, die Schichten möglichst dünn hinzubekommen. Die Deckung nach der ersten Lackschicht ist schon sehr gut, habe aber zwecks Robustheit noch eine zweite Lackschicht aufgebracht. Wichtig ist, schnell zu arbeiten, den Lack gleichmäßig aufzubringen und die Fläche einheitlich zu verschlichten (nach dem Lackauftrag nochmal mit der Rolle über die ganze Breite mit wenig Druck in einem Zug fahren, immer in die gleiche Richtung, die Bahnen leicht überlappen).

Vor jedem Verschließen der Lackdose unbedingt den Dosenrand außen und Innen mit Zewa sauber wischen, dann gibt’s später beim erneuten Öffnen keine Bröckchen im Lack.

Habe die Lackierwanne und die Rolle immer gleich nach Gebrauch mit Klarsichtsfolie luftdicht abgedeckt/eingewickelt, dann muss man nicht bei jeder Lackschicht alles wieder auswaschen (spart Zeit und Lack).

Der letzte Schritt, die Montage, war dann innerhalb weniger Minuten erledigt, inkl. Vorbohren und 4 Schrauben pro Deckbrett.

Nachdem aber das zweite Deckbrett angeschraubt war, wollte ich die Sache mal testen und bin drübergelaufen: es knackt und knarzt…

Die Ursache war schnell gefunden: ich hatte zwischen Deckbrett und der darüberliegenden Treppenstufe nur einen 0.5mm Spalt gelassen. Das war viel zu wenig, denn die 4.5cm starken, massiven Treppenstufen aus Eiche bewegen sich in der Mitte tatsächlich bis zu 2mm!

Also nochmal alle Bretter um 1.5mm in der Höhe gekürzt und die (leicht) ausgefranste Schnittkante nachlackiert. Jetzt passt alles, keine Geräusche mehr beim Drüberlaufen.

Alles in allem war das ganze doch recht aufwändig. Speziell mit der mindestens 12-stündigen Wartezeit pro Farbschicht hat sich das ganze Projekt ein paar Wochen hingezogen.

Hätten wir also schon bei der Bemusterung bei SchwörerHaus gewusst, dass die Treppe später geschlossen sein sollte, hätten wir das natürlich auch gleich so bestellen können…

Als nächstes geht’s jetzt also an die Korpusse – Fortsetzung folgt 🙂

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DIY: Nachträglich Fliesen im Heizraum verlegt

Knapp zwei Jahre nach Einzug ist inzwischen die letzte Baustelle im Haus durch!

Fliesen fertig verfugt noch ohne Silikonfuge

Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir das Thema Fliesen im Heizraum überhaupt noch angehen wollen, aber als ich gesehen habe, dass meine Kellerfliesen wohl nicht mehr hergestellt werden und nur ein Hagebaumarkt in der Pfalz noch einen Restbestand hat, habe ich spontan die Fliesen reserviert und dann im Drive-In mit dem Auto abgeholt. So schnell habe ich noch nie im Baumarkt eingekauft! Einfach alles in den Kofferraum packen und dann an der Ausfahrt bezahlen.

Hagebau DriveIn

Daheim angekommen ging’s auch direkt los mit dem Grundieren (Tiefengrund), Detail-Verlegeplan und Anzeichnen der Fliesen-Hauptachsen.

Meine Befürchtung, dass der Estrich im Heizraum nicht ganz so eben ist wie in den anderen Kellerräumen, hat sich leider bestätigt. Da es aber „nur“ der Heizraum ist, habe ich auf die Ausgleichsmasse verzichtet und auf eine gröbere Zahnung (8mm) und guten PCI Nanolight Flexkleber gesetzt. Hat prima funktioniert!

Eine Herausforderung waren aber dann die Übergänge zwischen Estrich und den Betonsockeln, auf denen die Wärmepumpe und der Warmwasser-Speicher stehen. Da der Estrich nicht von Schwörer eingebracht wurde, hat Schwörer die beiden Geräte auf Waschbeton-Platten gestellt – direkt auf die unebene Bodenplatte. Ergo gab’s Höhenunterschiede an der Fuge von +/- 5mm.

Um die Fliesen an diesen Stellen zu entkoppeln und die Höhenunterschiede auszugleichen, habe ich mit Fliesenkleber großflächig eine Rampe gespachtelt und ein Dehnungsfugenprofil rund um die beiden Sockel eingebaut. Um auch bei den Dehnungsprofilen ein durchgängiges Fliesenmuster zu bekommen, habe ich etwas mehr Zuschneide-Arbeit in Kauf genommen. Direkt unter der Wärmepumpe habe ich aber nicht mehr gefliest, soviel Aufwand wollte ich dann doch nicht im Heizraum treiben 😉

Der Estrichbauer hatte außerdem eine Bewegungsfuge zwischen den beiden Sockeln und den Wänden angelegt, natürlich weder parallel zu den Wänden noch gerade, sondern schief und quer durch den Raum. Da Temperatur und Luftfeuchte im Heizraum bisher sehr konstant waren, habe ich diese Fuge nicht in die Fliesenschicht übernommen, sondern vertraue auf den Flexkleber. Mal schauen, was die Langzeiterfahrung hier bringen wird. Noch bin ich aber zuversichtlich…

Da es für die Fliesen leider keinen fertigen Fliesensockel mehr gab, habe ich diesen aus normalen Fliesen selbst geschnitten – mal wieder mit der Flex + Absaughaube + Führungsschiene. Da die Fliesen komplett durchgefärbt sind und die Schnitte sehr gleichmäßig und sauber sind, fällt das überhaupt nicht auf und sieht auf jeden Fall besser als ohne Sockel aus. Zudem war die zusätzliche Zeit im Keller recht angenehm, da es draußen mit über 38°C mir einfach zu heiß für Gartenarbeit oder Freibad war 🙂

Bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und hätte nicht gedacht, dass der Fliesenboden trotz hügeligem Estrich so eben geworden ist. Aber bin auch ein bisschen wehmütig, dass der Innenausbau jetzt komplett fertig ist. Jetzt geht’s also wieder im Garten weiter…

Projekt Werkstatt, oder: Ikea Küche die Zweite

Auch wenn es hier lange Zeit keinen neuen Artikel gab, will das natürlich nicht heißen, dass wir mit allem fertig sind, nur fehlt mir leider meistens die Zeit, mich um die Berichterstattung zu kümmern 😉

Endlich habe ich mir meine Werkstatt gegönnt und etwas Ordnung in meine Werkstatt-Gerümpel-Kammer im Keller gebracht. Es hat sich sehr gelohnt!

Werkstatt

Zielvorgaben waren:

  • Aufhängung für die wichtigsten (=am häufigsten genutzten) Werkzeuge
  • Viel Stauraum für große Werkzeuge/Boxen als auch Kleinteile/Schrauben bei guter Übersicht
  • Der Stauraum sollte möglichst geschlossen sein (wegen Holzstaub durch Sägen/Schleifen)
  • Mindestens 3m Arbeitsplatte für Holzarbeiten mit unempfindlicher Oberfläche
  • Tisch/Sitzmöglichkeit an der Arbeitsplatte mit Licht von Oben (Löten, Feinarbeiten, …)
  • Möglichst viele Steckdosen

Da ich nach wie vor von Ikea Metod sehr angetan bin (und inzwischen auch noch eine Ikea Metod Küche in der Verwandtschaft aufgebaut habe), war der Punkt relativ schnell geklärt.

Die L-Form mit 60er + 80er Unterschränken (Türen + Schubladen) als auch die Oberschränke erfüllen ihren Zweck und waren innerhalb weniger Stunden aufgebaut und aufgehängt.

Da ich noch ein paar OSB3 Platten (25er) übrig hatte, habe ich diese für die Arbeitsplatte genutzt. Die Tiefe (62.5cm) eignet sich perfekt für die Ikea Korpusse. Dank Nut&Feder kann man sie „endlos“ zusammenfügen und auch die Über-Eck-Konstruktion ist durch die Nut recht stabil. Habe aber noch von unten 2 Stahl-Lochbleche zur Unterstützung angeschraubt. Im freien Bereich habe ich noch eine Holzleiste an die Wand als Auflage für die Platte angedübelt.

Die Oberseite der Platten habe ich gründlich geschliffen und anschließend mit 2 lagen PU-Lack (Silbergrau matt) versiegelt. So ist die Platte natürlich unschlagbar günstig aber trotzdem auch ausreichend robust/kratzfest. Der Nachteil dieser Lösung ist allerdings das Sauberhalten. In den Vertiefungen der OSB-Platte sammelt sich Staub. Ist für mich nicht weiter tragisch, da ich sie einfach nach dem Arbeiten absauge.

Als zusätzliches Oberlicht hatte ich noch 2m von einem LED Strip* übrig, die ich in einem Alu Microprofil* an den Oberschränken befestigt habe (mit den passenden Profil-Klammern*). Als Treiber dient ein normales Notebook-Netzteil*, das ich hinter der Steckdosen/Schalter-Leiste versteckt und über einen Lichtschalter angeschlossen habe.

Für die Steckdosen/Schalter-Leiste habe ich eine 5mm tiefe Nut in die Arbeitsplatte gefräst (in der Breite der OSB Platte) und ebenfalls aus OSB3 (16er) ein einfaches „L“ gebaut. Durch die Aufnahme/Fräsung steht der Aufsatz stabil genug auf der Platte (und kann zur Wartung/Erweiterung leicht abgenommen werden). Für die Doppelauslässe der Steckdosen kann ich die passende Lochkreissäge mit Rand-Fräser und Auswurfsfeder* sehr empfehlen.

Die Werkzeug-Aufhängung besteht aus zwei 150x45cm Lochplatten*. Die entsprechenden Haken und Halter muss man natürlich auch noch dazubestellen (gibt’s im großen Set* günstiger). Nicht ganz günstig, da ich aber eine Platte und ein Teil der Haken als Geschenk bekommen habe, wollte ich natürlich auch bei der zweiten Platte beim gleichen System bleiben.

Endlich ein funktionaler Arbeitsplatz für das nächste DIY Projekt – das Geländer der Schlafgalerie im Kinderzimmer 🙂

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Keller und Garage

Nachdem die Kellerwände und Decken alle weiß gestrichen waren und die Garage dank Pflaster befahrbar wurde, habe ich das nächste größere Projekt in Angriff genommen: Fliesen.

Für die insgesamt knapp 40m² habe ich mir online recht günstig Feinstein-Bodenfliesen besorgt, welche die Anforderungen an einen Garagenboden erfüllen, d.h. befahrbar, rutschhemmend und pflegeleicht.

Da der Estrich in der Garage von Hand mit Gefälle eingebracht wurde, war er nicht 100%ig eben, weswegen ich mich für das Buttering-Floating-Verfahren entschieden und trotz der geringen Fliesen-Größe (30x30cm) mit 10er Zahnung gearbeitet habe.

Dank den guten Erfahrungen mit PCI habe ich auf teure Spezielkleber und Fugenmasse in der Garage verzichtet. Da das Fugenmaterial möglichst robust und Salzwasser-resistent sein sollte, habe ich hier das PCI Nanofug Premium verwendet (im Keller das „normale“ Nanofug). Den Kleber (PCI Nanoflott) kann ich auch sehr empfehlen. Fast kein Staub beim Anrühren und der Kleber läßt sich sehr gut und lange verarbeiten. Grundiert habe ich den Estrich davor zweimal mit PCI Gisogrund (50/50 mit Wasser verdünnt).

Da sich im Keller natürlich schon vieles angesammelt hat, musste ich abschnittsweise Fliesen und Verfugen.

Und da wir im Kellerflur eine andere Boden-Aufbauhöhe haben (11 vs. 15.5cm), habe ich die „Treppenstufe“ unter der Tür mit 3cm starken Steinplatten ausgeglichen und befliest. Die Steinplatten habe ich dazu auch mit Fliesenkleber auf dem Estrich befestigt (und natürlich die Dehnungsfuge übernommen).

Im Keller war der Estrich ziemlich eben (nur in den Ecken oder an den Rändern ist er leicht hochgestanden). Da die Belastung im Keller auch nicht so hoch ist, habe ich auf Buttering-Floating verzichtet und auch nur mit einer 6er Zahnung gearbeitet. Dabei braucht man auch natürlich spürbar weniger Kleber.

Da ich bis auf die Wochenenden meist nur am Feierabend daran arbeiten konnte, hat sich das natürlich einige Tage hingezogen…

Zum Glück ließen sich die Fliesen und Sockel aber problemlos mit dem Fliesenschneider zuschneiden. Die Flex musste ich nur ab und zu bei kleineren Ausklinkungen und bei den Treppenstufen einsetzen, so kommt man recht schnell und ohne größeren Dreck/Staub voran.

Eine Klebermenge von 3.5kg konnte ich so in 30-45min verarbeiten. Je nach Zahnung und Verlegeart sind das dann so 12-18 Fliesen (~1.5m²).

So ein Fliesenboden ist natürlich schon ein großer Unterschied zum nackten Beton. Im Keller fehlen aktuell nur noch wenige Meter Silikon, dann geht’s endlich ans Einrichten der Werkstatt / Werkbank.

Die Isolierung der Garage scheint jetzt auch richtig gut zu sein, da der Schall-Ex in der Tür als auch die Dichtung des Garagentors jetzt komplett schließt (d.h. es gibt keinen Spalt mehr zwischen geschlossener Tür/Tor und Fliese). Kommt man mit warmem Motor nach Hause, wird es schön warm in der Garage und die Wärme bleibt auch spürbar ein paar Stunden.

Wie man zudem auf dem zweiten Bild erkennen kann, ist die Tür/Zarge von Keller in den Technikraum leider etwas zu hoch. Da es aber sowieso schon eine Stufe runter in den Technikraum gibt (ca. 10cm), wollte ich diese nicht noch weiter erhöhen. Bin mir noch nicht sicher, wie ich das löse. Entweder die Zarge tatsächlich nochmal 3cm runter setzen (sofern möglich, ist eingeschäumt), oder die 3cm unter der Zarge noch mit Fliesen verblenden. Das wird aber recht aufwändig, da der Beton darunter alles andere als eben ist… vorerst bleibt es also erstmal so, stört im Moment nicht.

Estrich in Keller und Garage

Endlich hat es mit dem Estrich geklappt. Und im Nachhinein sind wir sehr froh, dass wir den Estrich nicht in Eigenleistung gemacht haben.

Der Termin kam nach langer Wartezeit sehr spontan, so dass wir am Wochenende noch schnell den gesamten Keller und die Garage leerräumen mussten. Natürlich, kurz nachdem zum ersten mal ein erstes „Wohngefühl“ aufgekommen ist, steht das Wohnzimmer wieder mit Werkzeug & co voll, das wir vorher im Keller lagern konnten.

Da wir im Keller-Flur einen Trocken-Estrich mit Fußbodenheizung von Schwörer haben (knapp 16cm Aufbauhöhe), wurden in den angrenzenden Keller-Räumen erst 8cm Dämmung und 5cm Beton-Estrich eingebaut. Im Technik-Raum entsprechend weniger, da hier wegen der Installationen nur 4cm Gesamtaufbau möglich waren.

Für die knapp 60m² hat unser Estrich-Bauer nur 2 Tage benötigt. Zuerst wurde der Beton der Bodenplatte angeschliffen, dann PE-Folie verlegt und die Dämmung inkl. Randdämmstreifen eingebaut.

Am zweiten Tag kam dann die Beton-Pumpe und alle Räume wurden innerhalb 8h fertiggestellt, inkl. der Garage, wo der Estrich mit Gefälle eingebaut wurde (am Tor 3cm, auf der gegenüberliegenden Seite 11cm hoch).

Außerdem hatte ich vom lokalen Schlosser eine Winkel-Schiene aus Edelstahl anfertigen lassen (40x40x3mm) und diese durch 4 Laschen mit der Bodenplatte verschraubt. Da ich auch in der Garage Fliesen legen will, ist das ein prima Kantenschutz (siehe Fotos).

Der Estrich inklusive Dämmung kommt auf knapp 50€/m², das hat sich im Vergleich zur Bodenplatte aber definitiv sehr gelohnt. Der Boden ist schön eben geworden. Selbst hätte man das nur mit 3-4 Helfern bewerkstelligen können, hätte am Ende aber nicht viel dabei gespart. Von der Menge der Materialien und der Plackerei ganz zu schweigen…

Inzwischen ist der Estrich knapp 3 Wochen alt, d.h. in 1-2 Wochen können wir mit dem Fliesen beginnen.
Davor werden aber noch die Wände und auch die Decken in Keller und Garage gestrichen.