Staubfreie Luft und Licht in der Werkstatt

Wer einen Kellerraum mit wenig Tageslicht als Holz-Werkstatt nutzt, kennt das Problem wahrscheinlich: Fräse, Schwingschleifer als auch diverse Sägen produzieren Unmengen an Feinstaub, trotz Absaugung.

Die erste (wohlgemerkt sehr große) Verbesserung der Staubbelastung habe ich durch die Absaugung direkt an den Maschinen mit der Kombination aus Industrie-Sauger* von Kärcher in Kombination mit einem Zyklon* (Fliehkraftabscheider) auf Metallfass* erreicht. Unschlagbare Kombination, nie wieder ein zugesetzter Filter und volle Saugleistung auch bei enormem Späne/Staub-Aufkommen, z.B. an der Tischkreissäge.

Luftreiniger Industriesauger mit Zyklon Fliehkraftabscheider

Aber gerade beim Fräsen und Schleifen gelangt trotzdem sehr viel Feinstaub in die Luft, der sich dann auch später überall als ein feiner Staubbelag absetzt.

Also habe ich mal recherchiert, was man dagegen tun kann und zwei vielversprechende Lösungen gefunden.

Nummer eins klingt sehr praktikabel: man baut sich einen (sehr starken) Lüfter samt Vorfilter in einen Fensterrahmen und läßt ihn die Luft aus der Werkstatt ziehen. Das erzeugt natürlich einen ordentlichen Unterdruck und man sollte einen Durchzug im Keller schaffen können (also andere Tür/Fenster öffnen). Wenn der Lüfter dann läuft, wirbelt man den Staub im Keller auf, z.B. mit Kompressor und Druckluft-Pistole. So wird die Werkstatt wohl in Minuten staubfrei.

Da diese Lösung für den Winter aber eher ungeeignet ist, habe ich mich also erstmal für die „Umluft-Lösung“ entschieden. (Aber die erste Variante werde ich wohl trotzdem noch bauen).

Klar, man kann sich hierfür auch etwas Fertiges kaufen, z.B. die Einstiegsklasse* von RecordPower für knapp 200€. Oder man baut sich etwas für seine eigenen Ansprüche und integriert gleich noch ein extrem helles LED-Panel 😉

Hier der grobe Entwurf mit SketchUp:

SketchUp für Luftreiniger mit LED

Als wurde zuerst nach passenden Lüftern Ausschau gehalten. Diese sollten natürlich einen ausreichenden Luftstrom von ca. 500-600 m³/h erreichen, dabei aber möglichst leise sein, trotzdem aber stark genug, um gegen ein Filtervlies arbeiten zu können.

Da fiel die Wahl recht schnell auf den Arctic P14, der speziel für „statischen Druck“ ausgelegt ist. Gibt’s praktischerweise im 5er Pack zu kaufen*. Da die PST PWM-Variante günstiger war, habe ich diese gekauft. Der „normale“ P14 PST tut’s aber genauso.

Ein noch größerer Lüfter macht natürlich auch Sinn, aber da ich eine möglichst flache und eher längliche Konstruktion wollte, komme ich so auf eine Gesamthöhe von lediglich 20cm.

Für das LED Panel galt für mich: je heller, desto besser. Und damit ich sowohl die Lüfter als auch das Panel mit demselben Netzteil betreiben kann, habe ich einen 12V LED Strip von Mextronic* bestellt – 5m, 72W, 9000 Lumen, 5700K, CRI > 92. Natürlich mit passendem = ausreichend dimensionierten Meanwell-Netzteil (100W)* und Funk-Dimmer*.

So viel vorweg: das Licht ist der Hammer!

Zur besseren Kühlung wurden die 6 Stripes à 83cm auf ein 1.5mm starkes Alu-Blech geklebt (vorher mit Silikonreiniger entfettet), und die 6 Strips jeweils einzeln mit Strom versorgt (parallel geschalten, um Helligkeitsunterschiede zu minimieren). Und da das Alu-Blech von oben auch noch duch die Lüfter gekühlt wird, ist das optimal.

Für das „Glas“ im Panel habe ich mir einfach leicht satiniertes Plexiglas mit 3mm Stärke besorgt (ca. 80% Lichtdurchlässigkeit).

Zum Schneiden der schmalen Leisten (Bilderrahmen und Stege für die Gitter-Rahmen) kamen meine neuen Featherboards* für die Tischkreissäge* zum Einsatz. Es gibt einfach Dinge, bei denen fragt man sich, warum man sie sich nicht schon viel früher gekauft hat!

Werde mir auch noch eine Nut in den Frästisch einlassen, denn die Boards sind nicht nur unglaublich praktisch, da sie ein Verrutschen des Holzes verhindern, sondern auch noch ein echter Sicherheitsgewinn für die Finger:

Luftreiniger Featherboard für Tischkreissäge

Die Filtermatte wird in der Konstruktion einfach zwischen zwei Hasengitter-Rahmen geklemmt. Bisher habe ich diese beiden Rahmen seitlich verschaubt, d.h. ich kann den Filter später (recht) einfach rausnehmen und ausblasen. Oder ersetzen.

Als Filtervlies benutze ich ca. 20 mm starke G4 Filtermatten*, die ich dank Lüftungsanlage sowieso quadratmeterweise auf Lager habe.

Das Holz für die Box und das LED-Panel war dank Tischkreissäge und Kappsäge schnell zugeschnitten (Rückseite 3mm HDF weiß, Rest 15 und 18mm Birke Multiplex). Nur die „Ausschnitte“ für die Lüfter waren etwas tricky. Habe mich für die saubere Variante entschieden, und mir aus Reststücken ein Template für die Oberfräse* gebaut, dieses mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt und dann mit einem Bündig-Fräser* sauber „ausgeschnitten“.

Um die Drehlzahl der Lüfter steuern zu können, habe ich mir außerdem noch einen PWM-Controller* mit Drehregler (und Ausschalter) besorgt und eingebaut. Damit kann ich die Lüfter auch unabhängig vom Licht laufen lassen.

Die Aufhängung habe ich mittels Haken und Ketten realisiert, so kann ich die Höhe (oder sogar Position) variieren. Natürlich macht es Sinn, dass der Luftreiniger in der Nähe hängt, wenn Staub produziert wird. Habe daher eine Steckdose direkt an die Fassung der Neon-Röhre angebracht und mal vorsorglich ein etwas längeres Stromkabel angebracht. Zur Not könnte ich den Filter auch abbauen und z.B. auf den Tisch stellen und laufen lassen.

Bin mal gespannt, wie sich der Filter bewährt und wie schnell sich das Vlies zusetzen wird! Den Luftstrom spüre ich jedensfalls deutlich, und das bei sehr angenehmer Lautstärke („flüsterleise“).

Hier noch ein paar Bilder vom Bau und das Endergebnis.

*) Werbung (Amazon Affiliate)

 

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