Schwebende Bilderleisten

Passend zur Optik unseres Fußbodens bzw. unserer Treppe wollten wir einige Bilderleisten / Regalbretter in Eiche für das Treppenhaus und das Wohnzimmer selbst bauen.

 

Wegen der geplanten Längen von teilweise 2 Metern habe ich mich bewusst gegen Eichendielen am Stück entschieden und mir stattdessen eine Leimholzplatte aus keilgezinkter Eiche besorgt (2.6cm stark). Die Befürchtung war, dass das Holz auf die Länge zu stark arbeitet. Speziell im Treppenhaus, wo es nicht unerhebliche Schwankungen bei Temperatur und Luftfeuchte geben kann.

Die Aufhängung der Leisten sollte möglichst unsichtbar sein, daher habe ich mich bei der Konstruktion von der Ikea Lack Serie inspirieren lassen, so simpel wie genial.

Dazu habe ich alle ~30-40cm ein Loch (10mm Bohrer) etwa 8cm tief gebohrt. Ein Bohrständer ist hier äußerst empfehlenswert (ich bin von meinem WABECO 500/500* extrem begeistert).

Anschließend habe ich von dem Regalbrett eine ca. 2cm starke Leiste abgetrennt und in diese dann dann ca. 8cm lange Holzdübel (10mm Buche) eingeleimt. Vorher müssen aber noch ca. 3/10mm von den Dübeln abgeschliffen werden. Dazu einfach in die Bohrmaschine spannen, auf langsamer Drehzahl einige Sekunden laufen lassen und mit Schleifpapier bearbeiten (und mit der Schieblehre* die Dicke prüfen).

Dann in die Leiste leimen. Für den korrekten Winkel der Dübel am besten in das Gegenstück (Regalbrett) schieben und so den Leim trocknen lassen.

Dann noch von unten mit 3mm Bohrer durch das Regalbrett in die Dübellöcher bohren und die Bohrlöcher ansenken. Ich finde, hier lohnt sich die Anschaffung guter Kegelsenker*, wenn man ein perfektes Ergebnis haben möchte. Zudem wurden die Löcher für die Befestigung an der Wand vorgebohrt und gesenkt.

Um später ein möglichst spaltfreies Ergebnis an der Wand zu haben, empfehle ich, die Leiste samt Regalbrett vor der eigentlichen Montage schon zum ersten Mal zu verschrauben. Dazu am besten die Leiste und das Brett mit Schraubzwingen*  zusammen spannen und dann mit 3.5x16mm Spax* in die Dübel schrauben.

Anschließend habe ich die Leisten/Regalbretter im verschraubten Zustand zuerst gefräst (Abrundung an den sichtbaren Kanten, sowie zwei Vertiefungen in die Oberseiten mit Dreiecks-Querschnitt) und dann geschliffen (80/120/240 Korn).

Und für ein perfektes Lackierergebnis nebelfeucht abgewischt und nochmal mit 240er Papier die aufgestellten Fasern plangeschliffen und anschließend gründlich entstaubt.

Da unsere Treppenstufen matt lackiert sind, habe ich auch die Leisten mit mattem Sprüh-Klarlack* behandelt.

Die Oberfläche ist toll geworden und uns gefällt die Optik sehr gut. Bei den langen Regalleisten im Treppenhaus habe ich außerdem die Ecken abgenommen und zwei weitere (kurze) Holzdübel direkt am Rand platziert. Ein Spalt ist im montierten Zustand praktisch nicht zu erkennen, und die Schrauben von unten sind auch sehr dezent.

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Finale: Einbauschrank unter der Treppe

Nachdem wir immer wieder nach dem Einbauschrank gefragt wurden, wollen wir euch natürlich ein paar Fotos vom Endergebnis nicht vorenthalten.

Die Blenden gingen zum Glück einfacher (und schneller) als zunächst gedacht. Und um nicht nochmal eine ganze Platte MDF (6m²) dafür besorgen zu müssen, habe ich die MDF Reste von den Fronten zusammengefügt und damit praktisch alle MDF Reste verwerten können.

Wenn die Schnittkanten nicht sichtbar sein sollen, muss man diese natürlich sehr sauber verspachteln (und vorher leicht anfasen). Mit dem passenden MDF Spachtel* ist das aber überhaupt kein Problem.

Die Blende zwischen Treppenstufen und Schrank ist ein einfaches „L“, auch aus MDF, das ich an der Rückseite mit Holzklötzchen (einer pro Korpus) versehen habe und dann mittels Verschraubung von unten durch den Korpus befestigt habe. Details dazu siehe Fotos:

Eine Herausforderung waren aber dann die spitzen Winkel an den großen Tür-Fronten oben. Denn kaum war die Blende montiert, ließen sich die Türen nicht mehr schließen… das hatte ich nicht bedacht! Zum Glück ließ sich das Problem kurzerhand mit dem Schwingschleifer lösen, indem ich von der Innenseite einfach Material von der Innenecke abgetragen habe 🙂

Außerdem kamen noch ein paar Schubladen und Auszüge dazu, so dass das Innenleben nun komplett ist.

Wieder um viele Holzwerken-Erfahrung reicher ging es auch schon an die nächsten (eher kleinenren) Projekte, und Weiteres ist aktuell auch schon in Planung.

Neben mehreren Metern floating shelves für das Treppenhaus (Eiche massiv), will ich die Sockelleiste der Küchenschränke aus Holz bauen (und den Plastik-Murks von Ikea ersetzen), sowie ein Schrank/Regal-System für die Vorratskammer. Als weiteres Großprojekt gibt’s dann außerdem noch ein Sideboard für’s Wohnzimmer, schätzungsweise mit integrierter Soundbar (DIY). Der Weihnachtsurlaub will ja schließlich sinnvoll genutzt werden 😉

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