Update zum Einbauschrank unter der Treppe

Da sich die Anfragen zu unserem Einbauschrank unter der Treppe in letzter Zeit häufen, will ich mal ein kleines Update geben: ja, wir sind immer mal wieder dazugekommen und mittlerweile sind auch schon ein paar Korpusse entstanden.

Korpusse mit Licht und Spiegel

Beim Material haben wir uns auf 18mm starke Birke-Multiplex (S/BB) geeinigt, die Rückseiten wurden mit 3mm HDF in weiß geschlossen. Für die offenen Korpusse (Kleiderstange und ein Regal) haben wir 28mm starke Eiche (stabverleimtes Vollholz) verwendet, beides auf K240 geschliffen und mit neutralem Öl zweifach behandelt.

Der große offene Korpus hat zudem eine Spiegelrückwand und integrierte LED Lichtleisten bekommen. Dank Bewegungssensor leuchtet das Licht, solange sich jemand im Flur aufhält.

Die Höhen der Korpusse sind natürlich individuell auf die Treppe abgestimmt, die Breiten, Tiefe und Lochleisten-Raster aber von Ikea Pax übernommen, so dass wir hier das volle Ikea Sortiment wie Schubladen und Auszüge aber auch die Scharniere verwenden können.

Im unteren Bereich der Korpusse kommen jeweils zwei Schubladen übereinander, der Rest bekommt einflügelige Türen mit Auszügen für Schuhe oder Kleiderstangen dahinter.

 

In die Unterseite der Korpusse habe ich außerdem jeweils zwei von oben verstellbare Füße* eingebaut, damit sie sich beim finalen Aufbau später ausrichten lassen.

Bei den LED Strips* habe ich dieses Mal zur etwas teureren Variante gegriffen. Das Licht ist sehr farbneutral, hell und sehr schön und läßt sich in Kombination mit einem passenden Dimmer* perfekt einstellen. Mit 8mm Breite passen sie auch perfekt in die Micro-LED Profile*. Damit ich später eventuell noch weitere LEDs im Schrank verbauen kann, habe ich das LED-Netzteil* entsprechend etwas größer als jetzt benötigt dimensioniert.

Damit ich an die ganze Installation/Steckdose auch später noch drankomme, wird eine entsprechende Öffnung in einen der unteren Korpusse gesägt. Da Schubladen davor sind, ist das nicht sichtbar.

Der flache und somit recht unauffällige Radar-Bewegungsmelder* wird am Schluss im Bodenbereich in eine der Blenden eingebaut und läßt sich so auch noch gut später justieren (Helligkeitsgrenze, Leuchtdauer und Empfindlichkeit).

Der Werkzeug-Fuhrpark hat natürlich auch wieder das ein oder andere Update bekommen. Meine Highlights sind zum einen die Absaugung mit Fliehkraftabscheider („Dust Commander“ oder Zyklon)* auf Stahleimer* und Schlauch samt Adaptern* sowie die Dübel- und Lochreihen-Schablone von Wolfcraft*.

Hat man sowas mal in seinem Besitz, fragt man sich schnell, wie man vorher nur ohne auskommen konnte. Oder eher noch, warum man sich das nicht schon viel früher angeschafft hat.

Informationen zu einer guten Absaug-Anlage findet man zuhauf im Netz. Dass das System aber so gut funktioniert, hätte ich nicht gedacht! Angeschlossen an meinen starken Kärcher MV6 Premium* und z.B. die Tischkreissäge gibt’s so gut wie keinen Holzstaub mehr beim Sägen. Und im Staubsauger selbst kommt nichts (!) an. Ohne Abscheider war der Filter im Staubsauger nach kürzester Zeit dicht und die Saugleistung hat sehr schnell abgenommen. Das ist jetzt Vergangenheit, denn ich konnte viele Meter Multiplex am Stück zusägen und auch die Falze mit Tauchschnitten fräsen und hatte im Staubsauger selbst nicht ein Korn und im Raum nur eine handvoll Späne zusammengefegt. Das finde ich sensationell, nicht nur weil das ständigen Saubermachen der Werkstatt entfällt, sondern auch wegen der Gesundheit (Stichwort Staublunge und trockene Augen).

Die Dübelleiste von Wolfcraft* funktioniert auch überraschend gut. Habe nach etwas Eingewöhnung noch nie auch nur annähernd so schnell und trotzdem absolut perfekte Dübelverbindungen hinbekommen! Auch die 32er Lochreihen gehen sehr schnell von der Hand, ohne dass man beim Verstellen des Schlittens den Akkuschrauber ablegen muss. Absolut empfehlenswert dazu ist ein guter Satz Holzbohrer (mit gutem Span-Abtransport)* und natürlich ein, oder besser noch zwei Sätze Tiefenstops für die Bohrer*. Da die Bohrlöcher in den Stirnseiten i.d.R. tiefer sein müssen, ist man mit zwei gleichen Bohrern und zwei Tiefenstops deutlich schneller unterwegs, wenn man nur den Bohrer wechseln und nicht jedes Mal die Bohrtiefe neu einstellen muss. Eine Markierung am Bohrer mit einem Klebebandstreifen tut’s aber natürlich auch.

Damit ich die Korpusse später wieder problemlos abbauen/zerlegen kann, habe ich sie nicht verleimt sondern sie neben den 3-4 Dübeln pro Verbindung auch noch mit 2-3 speziellen Korpusschrauben (Confirmat)* zusätzlich verschraubt. Da die Schraubenköpfe seitlich später alle verdeckt sind, habe ich hier auf Pocket-Holes* oder Exzenter-Verbindungen verzichtet. Unabdingbar für diese Confirmat-Schrauben ist ein spezieller Holzbohrer mit den beiden benötigten Versenker-Stufen*. Für die Multiplex-Platten war der Bohrer-Durchmesser in Ordnung, für Vollholz Eiche musste ich danach aber noch zusätzlich mit einem 4.5mm Bohrer aufbohren, sonst hätte ich die Schrauben dort wahrscheinlich nicht reinbekommen, ohne sie dabei abzubrechen 😉

Zu guter letzt kann ich noch den Tipp geben, sich einen Kombinationswinkel* anzuschaffen. Auch für kleines Geld bekommt man eine gute Qualität und Genauigkeit. Vielleicht hatte ich ja hier auch nur Glück, denn der Umschlagtest mit dünnem Minenbleistift ergibt bei meinem Winkel keine sichtbare Abweichung auf die 30cm. Bevor ich mir also für den 8-fachen Preis die Profi-Liga von Starret* anschaffe, wollte ich der günstigen Variante erst noch eine Chance geben und habe es nicht bereut 🙂 Jedenfalls ist so ein einstellbarer Winkel eine große Arbeitserleichterung wenn es um genaues Anzeichnen an Kanten geht.

Wenn in den nächsten Wochen dann also alle Korpusse fertig aufgestellt und untereinander verschraubt sind, geht’s an die Fronten und Blenden.

Hier konnten wir uns noch nicht entscheiden, welche Griff-Variante wir machen werden bzw. ob wir nicht doch komplett auf Griffe verzichten und lieber Griffleisten seitlich in die Fronten fräsen* werden. Davon hängt dann natürlich auch noch die Material-Wahl ab. Schätzungsweise wird es aber MDF, matt weiß lackiert.

Griffleisten erfordern jedenfalls eine sehr präzise Fräsung und … ihr ahnt es schon … neues Werkzeug. Aber da ich schon seit Anschaffung der Tischkreissäge auch eine Fräse samt von oben verstellbarem Lift in den Auszug der Säge integrieren wollte – natürlich inkl. Absaugung – denke ich, der richtige Zeitpunkt für dieses Projekt ist bald gekommen 😉

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3 Gedanken zu “Update zum Einbauschrank unter der Treppe

  1. Könntest du ein oder zwei Links posten, wo es weitere Infos zum Zyklonbau gibt? Die von dir verlinkten Komponenten sehen zwar gut aus, aber ich als handwerklich eher unbegabt geltender Mensch, bin mir nicht sicher, was ich tun muss bzw. ob ich den Zusammenbau überhaupt schaffe. Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

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    • Hallo Simon,

      Bei Youtube findet man recht viele Aufbau-Videos, das Video zeigt meine Kombi mit Stahleimer: https://www.youtube.com/watch?v=5GNhLZ29T4U

      Wenn Du einen stärkeren Sauger anschließen willst, empfehle ich auf jeden Fall ein stabiles Stahlfass, da Plastik-Eimer/Fässer dem Unterdruck nicht standhalten. Die Montage auf dem Stahlfass ist nicht ganz ohne, schließlich musst Du neben den 4 Bohrlöchern für die Schrauben auch noch einen Kreisausschnitt in den Stahldeckel bekommen. Neben einer Bohrmaschine, Metallbohrern + Schneidöl, Feilen/Flex zum Entgraten brauchst Du also z.B. noch eine Stichsäge und eine stabile Werkbank, in die Du den Stahldeckel während dem Kreisausschnitt-Sägen einspannen kannst.

      Oder eine Lochsäge für die Bohrmaschine besorgen, sowas z.B. https://amzn.to/2qjFFtH (natürlich auf den passenden Durchmesser achten, für den DustCommander sind’s glaube ich 60mm).

      Viele Grüße und viel Erfolg beim Basteln,
      Matthias

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