Vorbereitung Einbauschrank: Treppe geschlossen

Es wurde Zeit unser Garderoben-Provisorium aus 3 alten Schränken im Kellerflur / Eingangsbereich anzugehen.

Um unsere komplette Garderobe inkl. Schuhe und allerlei Hunde-Zubehör sauber und geschlossen unterbringen zu können, planen wir aktuell einen Einbauschrank unter unserer Kellertreppe als nächstes DIY Projekt.

Wie man auf den Bildern sehen kann, wollen wir nicht die komplette Tiefe der Treppe ausnutzen. Die Korpusse wollen wir selbst bauen, uns aber an den Ikea-Maßen orientieren, damit wir das Innenleben wie Schubladen, Regalböden, etc. aus der Ikea PAX Serie (wieder)verwenden können.

Da wir eine offene Treppe vom Keller ins Erdgeschoss haben, musste diese als erster Schritt geschlossen werden. Hier ein paar Impressionen, inkl. Ergebnis:

Dieses Projekt war natürlich wieder ein idealer Anlass, den Werkzeug-Fuhrpark zu erweitern, schließlich müssen die Deckbretter ja präzise zugesägt und gebohrt werden! 😉

Und da ich schon immer eine Tischkreissäge haben wollte, wurde nach ausgiebiger Recherche die Makita 2704 TKS* angeschafft. Ein absoluter Heimwerker-Traum! Trotz dem recht günstigen Preis ist die Präzision gigantisch. Der Parallelanschlag läßt sich perfekt ausrichten und ~2/10mm Genauigkeit sind machbar. Später werde ich mir für die Tischkreissäge noch einen Sägeschlitten bauen und ein Inlay für die Fräse samt Lift in die ausziehbare Tischverbreiterung.

Makita 2704 Tischkreissäge auf fahrbarem Unterschrank

Für perfekt gerade Bohrungen und bestmögliche Flexibilität kam dann noch der WABECO Säulen-Bohrständer mit 50cm Ausleger* dazu. Der hat sich schon sehr, sehr bewährt. Sowohl für ultra-filigrane Bohrarbeiten z.B. für meine selbst geätzten Platinen (mit 0.8mm VHM Speerbohrer) als auch für Serienbohrungen, wo es auf die richtige Bohrtiefe ankommt. Die 32 Dübellöcher für den fahrbaren Unterschrank für die Tischkreissäge gingen damit sehr flott!

Damit das Holz nicht zu stark arbeitet und die Deckbretter mit möglichst unauffälligen Fugen angebracht werden können, habe ich mich für MDF 18mm entschieden. Werde für die Korpusse das gleiche Material verwenden. Habe also eine 6m² große Platte beim örtlichen Holzgroßhandel (Kuhmann & Dill) für einen super Preis bekommen, inkl. Transportzuschnitt. Hätte nicht gedacht, dass das günstiger als Hornbach & Co wird, und zudem bekommt man auch noch einen super Service. Die sehen mich bestimmt bald wieder 😉

Der feine Zuschnitt inkl. der Gehrungen für die Treppenbretter ging auch sehr flott. Da die Treppenstufen abgerundet sind, habe ich noch in jedes Deckbrett eine passende Aussparung gesägt, damit es später keine sichtbare Fuge zwischen Deckbrett und Treppenstufe gibt. Bei den ersten Tauchschnitten mit der Tischkreissäge (also ohne Spaltkeil) waren die Knie schon etwas weich 😉 Bei sowas ist allergrößte Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Aber das Ergebnis überzeugt! Zudem geht sowas mit Tauchschnitt mit deutlich weniger Staub (und viel schneller!) als mit der Oberfräse.

Für die perfekte Einstellung des Sägeblatts sowohl für 90° als auch alle anderen Zwischenwinkel kann ich eine digitale & feststellbare Schmiege* sehr empfehlen. Damit konnte ich den Winkel zwischen Wange und Treppenstufe super einfach direkt auf das Sägeblatt der Tischkreissäge übertragen.

Für die Bohrungen habe ich mir eine Schablone zum Anzeichnen gebaut und dann mit dem neuen Bohrständer* gebohrt und die Löcher für die Schrauben angesenkt, damit die Schraubköpfe später bündig mit der Oberfläche sind und mit weißen Abdeckkappen speziell für Torx-Schrauben* sehr unauffällig versteckt werden können.

Habe mir dazu auch noch einen Satz hochwertige Kegel-Senker* besorgt. Die Löcher sind absolut perfekt geworden, keinerlei Ausfransungen (mit minimaler Drehzahl arbeiten!).

Schließlich wurden noch die Kanten der Bretter gebrochen. Das ging mit meinem neuen Taschenhobel* super einfach. Absolute Kaufempfehlung, am besten die Variante mit Griff nehmen, liegt super in der Hand und ist rasiermesserscharf. Geht viel besser und sauberer als mit Schleifpapier.

Damit später kein Luftstau unter der Treppe ist, habe ich in das unterste = unauffälligste & normalerweise unsichtbare Deckbrett ein Lüftungsgitter* eingebaut.

Als nächster Schritt war dann also die Lackierung dran.

Habe mich für den seidenmatten Acryl-Lack auf Wasserbasis von Hornbach entschieden, da ich auf normalem Leimholz damit auch schon sehr gute Ergebniss hinbekommen habe. Da MDF etwas anspruchsvoller beim Lackieren ist, habe ich die Bretter sehr fein mit meinem Makita Schwingschleifer* vorgeschliffen (80, 120 und 240er Körnung), natürlich mit angeschlossenem Industriesauger (der feine MDF Staub sollte nicht eingeatmet werden).

Dann kamen zwei Schichten Grundierung und dann zwei Schichten Lack drauf, immer dazwischen mit 240er nach der Trocknung geschliffen und mit einem Microfasertuch den Staub entfernt.

Habe mit dieser Vorbereitung und einer Lackierwalze von Hornbach hervorragende Ergebnisse erzielt. Wichtig ist, die Schichten möglichst dünn hinzubekommen. Die Deckung nach der ersten Lackschicht ist schon sehr gut, habe aber zwecks Robustheit noch eine zweite Lackschicht aufgebracht. Wichtig ist, schnell zu arbeiten, den Lack gleichmäßig aufzubringen und die Fläche einheitlich zu verschlichten (nach dem Lackauftrag nochmal mit der Rolle über die ganze Breite mit wenig Druck in einem Zug fahren, immer in die gleiche Richtung, die Bahnen leicht überlappen).

Vor jedem Verschließen der Lackdose unbedingt den Dosenrand außen und Innen mit Zewa sauber wischen, dann gibt’s später beim erneuten Öffnen keine Bröckchen im Lack.

Habe die Lackierwanne und die Rolle immer gleich nach Gebrauch mit Klarsichtsfolie luftdicht abgedeckt/eingewickelt, dann muss man nicht bei jeder Lackschicht alles wieder auswaschen (spart Zeit und Lack).

Der letzte Schritt, die Montage, war dann innerhalb weniger Minuten erledigt, inkl. Vorbohren und 4 Schrauben pro Deckbrett.

Nachdem aber das zweite Deckbrett angeschraubt war, wollte ich die Sache mal testen und bin drübergelaufen: es knackt und knarzt…

Die Ursache war schnell gefunden: ich hatte zwischen Deckbrett und der darüberliegenden Treppenstufe nur einen 0.5mm Spalt gelassen. Das war viel zu wenig, denn die 4.5cm starken, massiven Treppenstufen aus Eiche bewegen sich in der Mitte tatsächlich bis zu 2mm!

Also nochmal alle Bretter um 1.5mm in der Höhe gekürzt und die (leicht) ausgefranste Schnittkante nachlackiert. Jetzt passt alles, keine Geräusche mehr beim Drüberlaufen.

Alles in allem war das ganze doch recht aufwändig. Speziell mit der mindestens 12-stündigen Wartezeit pro Farbschicht hat sich das ganze Projekt ein paar Wochen hingezogen.

Hätten wir also schon bei der Bemusterung bei SchwörerHaus gewusst, dass die Treppe später geschlossen sein sollte, hätten wir das natürlich auch gleich so bestellen können…

Als nächstes geht’s jetzt also an die Korpusse – Fortsetzung folgt 🙂

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6 Gedanken zu “Vorbereitung Einbauschrank: Treppe geschlossen

  1. Wow, das ist echt gut geworden! Respekt. Interessant finde ich den Ansatz einen Spalt zwischen der Stufe und der Setzstufe zu lassen. Ich kenne das bisher nur so, dass die Stufe direkt aufliegt. So werden ja auch die „fertigen“ Treppen gebaut, denke ich. Habe da aber auch gehört, dass es da unweigerlich irgendwann knarrt.

    Hast du den Spalt oben einfach offen gelassen oder mit Silikon/Acryl verschlossen? Fällt der Spalt denn optisch auf?

    Habe jetzt Lust bekommen unsere Treppe vielleicht auch irgendwann zu schließen und einen Schrank drunter zu bauen 🙂 Allerdings wird das wohl noch etwas dauern, bis ich dazu komme 🙂

    Viele Grüße,
    Rico

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    • Hallo Rico,

      danke 🙂

      Den Spalt haben wir bisher offen gelassen, er fällt eigentlich kaum auf, vor allem von der Vorderseite. Die Rückseite ist auffälliger, aber da kommt ja bald der Schrank drunter…
      Vielleicht wird das anders, wenn wir dann den Einbauschrank außen beleuchten und es evtl. durchscheint, da der Schrank nicht so tief wie die Treppe wird.

      Ich denke aber, dass Acryl/Silikon auf dauer eher auffällt (Farbunterschied, Glanz). Außerdem bewegen sich IMHO die Treppenstufen wohl zu stark dafür (2mm in der Mitte), da wird das Silikon (und Acryl erst recht) nicht lange halten…

      Viele Grüße,
      Matthias

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  2. Hallo Matthias,

    habt ihr euer Projekt „Treppenschrank“ schon abgeschlossen? Mich würden ja brennend fertige Fotos interessieren, da ich auf der Suche nach Anregungen für unseren Treppenschrank hier gelandet bin und mir schon die ein oder andere Idee bei euch abgeguckt habe – ihr habt einen tollen Blog! 🙂

    Viele Grüße
    Christina

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    • Hallo Christina,

      bisher sind wir noch nicht zum Schrankbau gekommen – aber natürlich gibt’s dann Fotos (evtl. auch noch einen Artikel zum Zwischenstand).

      Die Planung ist sehr, sehr aufwändig, da die Schränke ja auch noch integriertes Licht bekommen. Außerdem schwanken wir noch bzgl. finalem Material-Mix für die Korpusse / Fronten (Vollholz Eiche, Birke Multiplex, MDF, …).

      Stay tuned 🙂

      Viele Grüße,
      Matthias

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