DIY: Eingangspodest mit integriertem Schuhabstreifer

Die letzen Tage konnte ich mich endlich unserem Hauseingang widmen und habe in guter alter DIY Manier eine Trittstufe vor der Haustür erstellt. Wie man hier schön am Vorher/Nachher-Vergleich sehen kann, wurde das auch allerhöchste Zeit 🙂

Wir wollten unbedingt einen integrierten Schuhabstreifer mit herausnehmbarer, gummierter Einlage haben. Die Optik ist uns sehr wichtig und daher war die Lösung von ACO praktisch alternativlos. Nicht ganz günstig, aber Preis/Leistung sind dank sehr guter Verarbeitung angemessen.

Wir haben uns für die schwere Wanne mit Stahlzarge in 75×50* entschieden und dazu die passende schwarze Gummi-Matte* bestellt.

Für die Einfassung hatte ich mir bei Hornbach die doppelt gefasten Bordsteine besorgt, wir waren dann aber mit der Optik nicht zufrieden und haben kurzerhand den Entschluss gefasst, den Rahmen in Sichtbeton selber zu gießen.

Damit später das Pflaster wieder reinpasst und ich nicht zuviele Steine schneiden muss, haben wir entsprechend die Position des „L“ vermessen und dann wurde auch schon die Schalung gebaut.

Dazu kam erstmal das alte Pflaster raus. Um spätere Puzzle-Spiele zu verkürzen, habe ich es einfach 1:1 ein paar Meter weiter wieder aufgebaut.

Für die Schalung hatte ich praktischerweise noch zwei 25er OSB Platten übrig, die ich mit Schrauben und Metallwinkeln verbunden habe. Die sichtbare Seite habe ich innen noch mit weiß lackierter HDF (3mm) verkleidet und für die Fase eine 14mm Dreiecksleiste angeleimt.

Damit es keine Betonwülste gibt, habe ich alles auf Gehrung gesägt und damit fugenlos verbunden (auch den Übergang zwischen Dreiecksleiste und HDF-Platte). Es gibt einfach nichts über eine gute Tauchsäge* samt Führungsschiene*, damit ging der Schalungsbau trotz der vielen 45°-Gehrungsschnitte keine Stunde.

Damit die beiden Schalungsteile auch überall exakt 6cm voneinander entfernt sind und beim Befüllen und Verdichten nicht auseinanderdriften, habe ich noch 6 Klammern aus Holz gebaut. Sehr praktisch, wie sich herausgestellt hat. Beim Verdichten und Glattstreichen lassen sie sich hin- und herschieben.

Wer noch nie mit Beton gearbeitet hat, sollte nicht unterschätzen, welches Gewicht/Kräfte auf die Schalung später wirken. Daher muss die Schalung unbedingt fest stehen, am besten verkeilt, und sehr stabil gebaut werden.

Nach der ersten Volumen-Berechnung kam heraus, dass ca. 3.5 Säcke Zement benötigt werden (ein 25kg Sack ergibt ca. 13l Beton). Zwecks gleichmäßiger Optik sollte die ganze Menge Zement auf einmal angerührt werden. Von Hand, also mittels Schaufel, ist das praktisch nicht zu bewerkstelligen. Hier hat sich also wieder einmal die Anschaffung eines Rührwerks* sehr gelohnt.

Beim ersten Betonieren hatte ich auf eine Armierung verzichtet, das hat sich später dann als Fehler rausgestellt. Beim Ausschalen ist der Beton leider am Eck komplett durchgerissen.

Also mit dem Vorschlaghammer alles wieder platt gemacht und dann beim zweiten Versuch eine Armierung eingebaut:

Beim Beton habe ich den GaLa-Beton von Hornbach genommen, da er eine feinere Körnung als normaler Trockenbeton hat. Sehr wichtig ist das sehr gründliche Verdichten mittels Holzlatten und das anschließende Vibrieren/Hämmern, um Luftblasen zu minimieren. Nach dem gründlichen Glätten der Oberfläche wurde der noch feuchte Beton mit einer Plastikplane abgedeckt und täglich (bei den warmen Temperaturen) mittels Zerstäuber feuch gehalten und nach 5 Tagen ausgeschalt.

Das Ergebnis gefällt uns sehr gut. Zur besseren Haltbarkeit haben wir den Beton anschließend noch mit Verkieselung imprägniert*.

Innen habe ich dann noch eine Betonschürze angebracht und dann kamen auch schon ca. 15cm Betonrecycling/Mineralgemisch (0-32mm) rein, die ich mit dem Handstampfer gründlich verdichtet habe.

Mit etwas Geduld war dann auch schon bald die Schuhabstreifer-Wanne richtig positioniert und für den Ablauf das Mineralgemisch durch Drainagekies ersetzt worden.

Da die Wanne etwas höher als das Pflaster ist, musste ich die Höhe vom Mineralgemisch dort entsprechend niedriger machen und in Pflastersplit (2-5mm) setzen. Nachdem das alles gepasst hat, wurde der Rest Pflastersplit eingebracht und erstmal grob die Höhe eingestellt.

Schuhabsteifer-Wanne eingebaut

Dann ging’s auch schon mit dem Puzzeln und Zuschneiden weiter. Um saubere Schnitte zu bekommen (und nach einem ersten vermurksten Freihand-Schnitt) habe ich wieder die gleiche Technik wie beim Zuschneiden der Feinsteinfliesen verwendet: 125er Flex* mit Absaughaube* + Industriesauger*, Diamant-Scheibe*. Dank der Absaughaube läßt sich die Flex wunderbar z.B. an einer Wasserwaage entlang führen, die ich mit Einhandzwingen* samt Pflaster-Stein fixiert habe. Und dank Staubsauger ist ein (fast) staubfreies Schneiden möglich.

Das einzige Manko an der Lösung ist die Schnitt-Tiefe von maximal ~28mm. So musste ich die Pflastersteine jeweils von beiden Seiten schneiden und dann an dem verbleibenden 5mm Steg brechen. Ging zwar etwas langsamer, aber dafür sind die Schnitte sauber und schön gerade. In 6h war alles erledigt, d.h. der Pflastersplitt auf die richtige Höhe gebracht und mit Wasserwaage+Kelle abgezogen, die Steine verlegt und mit Gummi-Verlegehammer* festgeklopft, sowie die Fugen mit Sand verfüllt.

Die beiden Fugen seitlich zum Betonteil und hinten zur Hauswand muss ich noch verschließen. Schätzungsweise mache ich das mit einem Kern aus Styropor und grauem Bau-Silikon.

Hier noch ein paar Impressionen vom heutigen Ergebnis.

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3 Gedanken zu “DIY: Eingangspodest mit integriertem Schuhabstreifer

  1. Sieht ja wirklich gut aus, aber wie sieht es mit Spritzschutz aus, den Schwoerer ständig propagiert. Im Service Portal gibt es ja 4 Varianten wie man so etwas machen darf (wegen Garantie). Auch der Kiesstreifen daneben sollte doch Mindestens 15 cm tiefer wie der Fasadenputz sein. Möchte hier nicht rumstänkern, aber bin gerade selber auf der Suche nach guten und schönen Möglichkeiten nur macht dass glaub echt niemand so wie Schwörer das sagt.

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    • Hi Felix,

      danke 🙂

      Der Spritzschutz ist hier nicht relevant, da der Eingang bei uns am Keller ist (und der ist als weiße Wanne ausgeführt).
      Anders sieht’s hier natürlich beim Übergang Holzständer auf Beton aus (also z.B. zwischen EG und Keller/Bodenplatte), hier schreibt Schwörer eine leistungsstarke Entwässerung bzw. Spritzschutz vor.

      Dazu kommt noch, dass wir eine recht großzügige Überdachung über dem Eingang haben (Beton L-Teil). Selbst bei Starkregen habe ich es nur äußerst selten erlebt, dass das Pflaster vor der Haustür nass wurde.
      Für den Fall der Fälle hat die Fußabstreifer-Wanne eine Entwässerungsöffnung in der Mitte, unter die ich ca. 30x30x30cm Drainagekies gepackt habe und die erste Steinreihe direkt an der Tür ist etwas stärker nach vorne gekippt eingebaut und das ganze Podest mit leichtem Gefälle vom Haus weg realisiert worden.

      Viele Grüße,
      Matthias

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