DIY: Gartenhütte

Wie versprochen kommen hier noch ein paar Details und Impressionen unserer selbst geplanten und umgesetzten Gartenhütte.

Schon von Anfang an war bei uns gesetzt, dass wir eine kubische Hütte mit einer schönen Verschalung haben wollten, was die Auswahl in Baumärkten schnell erschöpft. Da wir vom Wohnzimmer und Terrasse aus direkt auf die Hütte schauen werden, war uns die Optik sehr wichtig.

Im Netz gibt es einige Anbieter von sehr schönen Hütten (selbst Schwörer bietet welche an), die aber mit oft deutlich mehr als 5.000€ jenseits unserer Budget-Vorstellung lagen.

Was liegt also näher, als das liebgewonnene SketchUp anzuwerfen und die Konstruktion selbst in die Hand zu nehmen?

Hier das Ergebnis:

konstruktion

Die einzigen Vorgaben waren max 12m³ umbauter Raum (aus dem Bebauungsplan), Kubus mit Flachdach, ein Fenster/Lichtband, eine Schiebetür, um den Raum optimal nutzen zu können, und eine geschlossene Rhombus-Schalung.

Als Grundmaße haben wir uns auf 2.7 * 2.0m und 2.2m Höhe festgelegt und dann ging’s nach ausgiebiger Material-Recherche an die detaillierte Planung.

Da das Flachdach später mit Kies aufgefüllt wird, habe ich mich für die Hauptkonstruktion für Vollholz in 80x80mm, und 60x80mm für die Zwischenträger entschieden.

Für eine optimale Hinterlüftung der geschlossenen Holz-Fassade (Nut-&Feder-Bretter von Ladenburger) habe ich noch 48x24mm Traglatten (imprägnierte Fichte) eingeplant.

Und damit ich die Innenwände gut nutzen und belasten kann (Regal, Haken, …) wird von innen noch mit OSB-Platten (15mm) beplankt.

Habe lange überlegt und auch experimentiert, wie ich das Flachdach mit nötigem Gefälle hinbekomme, damit ich über die tiefste Ecke via Dachgulli das Regenwasser in die Zisterne leiten kann und habe mich hier letztlich für 35 Auflagepunkte aus Terrassenpads entschieden. Zwischen der tiefsten und höchsten Ecke sind damit 50mm Höhenunterschied realisiert worden.

Das Fenster habe ich auch selbst gebaut. Dazu habe ich einfach Regalleisten (keilgezinkt, 44mm) mit einer 6mm breiten Nut innen versehen und eine Acryl-XT-Platte beim Baumarkt zuschneiden lassen. Wichtig hierbei ist, dass man etwas tiefer fräst also nötig, so kann das Ganze noch arbeiten, ohne dass zu viel Spannung entsteht (und sich das Acrylglas z.B. wölbt). Natürlich zur Abdichtung die Silikon-Fuge zwischen Holzrahmen und Acrylglas nicht vergessen.

Das Fundament für die Hütte hatte ich ja schon im Frühjahr zusammen mit den Hunter-Bewässerung angelegt. Da die Hütte die Verteilstation für Regenwasser, Strom, Pumpen- und Ventilsteuerung als auch Sensorik sein soll, habe ich entsprechend viele Kabel und Wasserleitungen durch oder unter die Mauersteine vom Fundament geführt. Zum Einsatz kamen 17.5er Betonschalungssteine:

Das Konstruktionsvollholz habe ich bei Hornbach bestellt. Damit die Lieferung günstig bleibt, habe ich die 5m Balken vorher noch halbieren lassen. Danke Hornbach 🙂

So sind in einem Nachmittag alle 4 Wände in der Garage entstanden. Die Holzbalken habe ich mit Stahlwinkeln stumpf verbunden.

Das Aufstellen der Wände ging ebenfalls sehr schnell. Um das Holz vom Beton zu entkoppeln, habe ich vorher noch Bitumenband auf den Beton geklebt und darauf dann die Wände gestellt. Nach unten hin habe ich die Wände alle 60cm mit einer 10 x 140mm Holzschraube in Dübel (UX12) befestigt. Zusätzlich habe ich vorher noch eine Metall-Rasenkante um die Fundamentsteine gesetzt und mit Drainage-Kies (16-32) aufgefüllt.

Untereinander habe ich alle Wänder mit jeweils 3 Maschinenschrauben und noch zusätzlich langen Spax-Schrauben verbunden und die Schraubköpfe samt Mutter via Förstner-Bohrer in die Balken versenkt und anschließend die Traglattung auf die Balken geschraubt:

Dann ging’s auch schon an die Verschalung mit den Nut-&Federbrettern. Um mir viel Zeit zu ersparen habe ich die vorgeölte Variante (mit schwarzer Kontrastfeder) bestellt. Nicht ganz billig, aber wenn ich denke, wie lange ich für das Ölen der Terrassen-Dielen gebraucht habe, relativiert sich der Preis sehr schnell wieder. Zusätzlich habe ich mir einen Eimer des gleichen Öls von Ladenburger besorgt, um damit die sichtbaren Bereiche der Unterkonstruktion zu ölen (z.B. die Ecken).

Die Verschalung habe ich on the fly und vor Ort mit der Kappsäge auf Gehrung gesägt und dann nochmals alle Schnittkanten mit dem Ladenburger Öl vor dem Einbau behandelt. So ging es recht langsam aber stetig Lage um Lage nach oben. Die Qualität der Bretter war leider nicht ganz so, wie ich es vom Preis her erwartet hätte (knapp 40€/m²), d.h. es war doch auch Ausschuss dabei und einzelne Bretter recht stark verzogen, so dass ich trotz eingerechnetem Puffer noch 2 Pakete à 6 Bretter nachbestellen musste.

Da sich beim Verschalen viel Regen für die kommenden Tage angekündigt hat, wurde es dann etwas hektischer, da ich das Dach samt Folie vorher unbedingt fertig haben wollte.

Wie oben schon erwähnt habe ich das schiefe Flachdach aus 25er OSB3 Platten hergestellt, die auf insgesamt 7×5 Terrassenpad-Türmchen in aufsteigender Höhe gelagert sind. Zur einfacheren Montage habe ich diese mit Kleber zusammen und auf das Holz geklebt und dann von oben mit 5x120er Spax durchgeschraubt.

Für die saubere Auflage der Ortgangbleche* habe ich bei der obersten Bretter-Reihe die Feder abgesägt und den Übergang von OSB3-Platten mit dem Brett eine Holzleiste mit Dreiecksprofil verlegt und anschließend die EPDM Dachfolie mit Spezialkleber* vollflächig verlegt, die Ränder abgeschnitten und festgetackert.

Anschließend habe ich mit der Lochsäge ein 50er Loch für den Dachgulli* (DN50 Anschluss) in die tiefste Ecke gebohrt und den Dachgulli mit der Folie verklebt und an das Leerrohr in die Zisterne verbunden. Nach der Trocknungszeit habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mit der Gieskanne das Ganze zu testen. Die Dachschräge mit knapp 1.5% Gefälle funktioniert zum Glück. Also das Dach komplett mit Kies bedeckt (nicht nur zur Optik, ist gleichzeitig auch noch ein UV-Schutz für die Folie).

Für das Fenster habe ich dann noch eine Zarge auf Gehrung gebaut und unten eine Art Fensterbrett leicht schräg gestellt. Für den Kontrast habe ich Fenster-Rahmen und Zarge mit dem gleichen Öl behandelt, aber zweimal gestrichen, so dass es deutlich dunkler ist und stärker deckt.

Und mit allem knapp vor dem Regen fertig geworden 🙂

Da ich ja nochmal 2 Pakete Holz nachbestellen musste, konnte ich erst nach etwas Verzögerung die Schiebetür angehen. Habe dafür einen Rahmen inkl. Mittenverbinder aus 48x24er Latten gebaut, die ich zum Verbinden halb ausgeklinkt habe. Darauf kamen dann die gleichen Nut-&Federbretter.

Unten habe ich in den Rahmen eine Nut gefräst und mir einen ganz gewöhnlichen Schiebetür-Beschlag* besorgt. Vor dem Montieren der Schiebetür musste aber noch der Boden gebaut werden. Dazu habe ich 60x80er Balken (auch wieder auf Bitumen) quer verlegt. Als Auflieger hatte ich dazu 3 einzelne Mauersteine im Fundament in der richtigen Höhe und Abstand einbetoniert.

Wie beim Fenster auch habe ich noch eine Türzarge gebaut und schon mit einem Ikea-Griff von innen versehen, damit ich die Schiebetür mit dem größeren Ikea-Griff später mit einem Hangschloss sichern kann.

Für den Zugang zu den Ventilen, Kabeln und Filter habe ich im Boden eine Luke vorgesehen, die ich zwecks besserem Handling mit versenkbaren Bodenhebern* aus Edelstahl versehen habe.

Als Bodenbelag habe ich auch 25er OSB3 Platten verwendet und darauf einen 2mm starken PVC vollflächig verklebt.

Für die Trittstufe habe ich ein 1.5mm Stahlblech in Form gebogen (im Werktisch eingespannt und Holzbalken und Hammer rechtwinklig gebogen).

Und schon ist die Gartenhütte wetterfest und ich kann mir mit dem Innenausbau wie Wände, Regale und auch Strom Zeit lassen. Im Frühjahr hält dann wohl der Raspberry Pi Einzug, um die automatische Gartenbewässerung zu steuern.

Insgesamt gesehen war das Projekt nicht ganz günstig. Der mit Abstand größte Posten war das Fassaden-Holz mit knapp 1.500€. Der ganze andere Rest (Konstruktions-Vollholz, Fundament, Dach, alle Eisenwaren, …) kam dann auch nochmal auf etwa über 1.000€. Nicht eingerechnet sind natürlich die vielen Stunden, die das Projekt verschlungen hat. Mir hat der Bau allerdings sehr viel Spaß gemacht und wir sind der Meinung, dass sich der Aufwand gelohnt hat… 🙂

*) Werbung (Amazon Affiliate)

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9 Gedanken zu “DIY: Gartenhütte

  1. Hallo Matthias!

    Eine super Projektbeschreibung und starkes Ergebnis! Deine neue Gartenhütte sieht richtig gut aus. Danke, dass Du unsere SPAX wieder verwendet hast. Magst Du uns ein paar Fotos von der fertigen Hütte an fb@SPAX.com schicken? Dann könnten wir die Fotos bei uns veröffentlichen und auf Deinen Blog verlinken, wenn Du möchtest.

    Viele Grüße,
    Dein SPAX-Team

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  2. Pingback: Igelhaus | Simsalading
  3. Hallo Matthias,
    Eure Gartenhütte sieht wirklich fantastisch aus und gefällt mir so gut, dass wir sie nachbauen werden, allerdings in kleinerem Format, da wir nur einen Reihenmittelhausgarten haben ;o), also echt Minigarten. Würdest Du mir bitte noch verraten, welche Farbe Du bestellt hast. Auf der Internetseite von Holzfassade Trendliner ist das echt schwer zu erkennen. Hast Du das Fassadenholz mit 2xFarbauftrag bestellt?
    Vielen lieben Dank!
    Maria

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    • Hallo Maria,

      danke, freut mich, dass es gefällt und ihr es nachbauen wollt.

      Wir haben die Profile in Schiefergrau geölt genommen (1x geölt), mit schwarzer Kontrastfeder, markant & gehobelt.

      Da die Schnittkanten ja auch geölt werden müssen, habe ich noch einen Eimer Schiefergrau-Öl mitbestellt und die Rahmen für’s Fenster und Tür damit zweimal geölt. Gibt einen schönen Kontrast, wie ich finde.

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Nachbauen,
      Matthias

      P.S. Bei Labu24 könnt ihr übrigens kostenlos Muster bestellen.

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