Zwischenbericht und Wohngefühl

Immer wieder erreichen uns Mails von künftigen Bauherren, die sich nach dem Wohngefühl in einem Schwörer-Haus erkunden möchten.

Nach rund zwei Monaten Wohnen möchten wir also hier mal ein Update geben.

Die meisten Eigenleistungen im Haus sind inzwischen fertig, hier und da fehlen nur noch Kleinigkeiten. Und die summieren sich natürlich immer noch ganz schön, so dass uns eigentlich nie langweilig wird.

Das „Ferienhaus“-Gefühl ist mittlerweile komplett dem Alltag gewichen. Aber wir genießen nach wie vor die vielen kleinen aber auch großen Vorzüge unseres neuen Hauses.

Jeder hat seine „Lieblingsecke“ gefunden und die Einrichtung wächst Stück für Stück und wir können uns um die schönen Dinge kümmern (Möbel, Lampen, Dekoration, …).

Jetzt, wo die Temperaturen langsam sinken und einstellig werden, haben wir zum ersten Mal die Heizung angeschalten. Zuerst nur im Bad (ein warmer Fliesenboden ist schon was Tolles!), dann auch mal in den anderen Räumen. Der Parkett wird auch sehr schnell warm. Jetzt bei 10-12°C Außentemperatur mussten wir die Heizung wieder runterdrehen, da es sehr schnell über 24°C im Haus hatte.

Die Lüftung ist definitiv ein weiteres Highlight, das wir nicht mehr vermissen möchten. Haben mal testweise unseren alten CO2-Warner aufgebaut. In unserer alten Wohnung (auch Neubau, hohe Wärmedämmung, keine Lüftung) kamen wir nicht selten mehrmals pro Tag über die 2000ppm. Jetzt haben wir eigentlich nie über 800ppm, selbst bei Besuch (also viele „Verbraucher“) und mittlerer Lüftungsstufe. Die Luftfeuchte liegt meistens zwischen 45 und 50% (aktuell noch wenige Pflanzen, kein Aquarium o.Ä.).

Sehr zufrieden sind wir auch mit unserer Fenster-Planung und den Funk-Rollläden. Die Zentral-Steuerung fehlt zwar noch, aber der Komfort-Gewinn ist trotzdem schon sehr hoch. Tagsüber bekommen wir sehr viel Licht. Und das auch über Nordseiten-Fenster, bei denen wir gar nicht damit gerechnet haben. Sonnen-Reflexion via Nachbar-Fassade sei Dank.

So langsam wird es außerdem Zeit, unseren Ofen einzuweihen. Der steht jetzt schon seit knapp 2 Monaten im Wohnzimmer, noch in Folie verpackt. Es war bisher einfach noch zu warm für 4h Einbrennen. Holz haben wir aber schon besorgt – und von unseren Nachbarn bekommen, vielen Dank 🙂

An unserer „Feldrandlage“ schätzen wir sehr die nächtliche Ruhe. Außerdem hat man direkt die Natur vor der Nase. So können wir z.B. beim Frühstücken einen Rotmilan beobachten, den Fernblick von unserem Schlafzimmer aus genießen und Spaziergänge/Joggen sind natürlich auch prima.

Die Kinder können direkt vor dem Haus spielen und man kann auch mal mit den Nachbarn ringsum spontan Bänke aufbauen und zusammen die Herbstsonne genießen.

Rechtzeitig zu den kälteren Temperaturen wurde außerdem unsere Sockeldämmung angebracht und hoffentlich bald verputzt und gestrichen. Danach steht dann auch schon der Landschafts-Bauer in den Startlöchern, um die Einfahrt/Eingang zu pflastern und den Garten schonmal grob zu modellieren (Hangbefestigung und Terrassenaufschüttung). Hoffentlich klappt das noch vor dem Wintereinbruch, dann wären wir erstmal mit dem Gröbsten dieses Jahr durch.

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Estrich in Keller und Garage

Endlich hat es mit dem Estrich geklappt. Und im Nachhinein sind wir sehr froh, dass wir den Estrich nicht in Eigenleistung gemacht haben.

Der Termin kam nach langer Wartezeit sehr spontan, so dass wir am Wochenende noch schnell den gesamten Keller und die Garage leerräumen mussten. Natürlich, kurz nachdem zum ersten mal ein erstes „Wohngefühl“ aufgekommen ist, steht das Wohnzimmer wieder mit Werkzeug & co voll, das wir vorher im Keller lagern konnten.

Da wir im Keller-Flur einen Trocken-Estrich mit Fußbodenheizung von Schwörer haben (knapp 16cm Aufbauhöhe), wurden in den angrenzenden Keller-Räumen erst 8cm Dämmung und 5cm Beton-Estrich eingebaut. Im Technik-Raum entsprechend weniger, da hier wegen der Installationen nur 4cm Gesamtaufbau möglich waren.

Für die knapp 60m² hat unser Estrich-Bauer nur 2 Tage benötigt. Zuerst wurde der Beton der Bodenplatte angeschliffen, dann PE-Folie verlegt und die Dämmung inkl. Randdämmstreifen eingebaut.

Am zweiten Tag kam dann die Beton-Pumpe und alle Räume wurden innerhalb 8h fertiggestellt, inkl. der Garage, wo der Estrich mit Gefälle eingebaut wurde (am Tor 3cm, auf der gegenüberliegenden Seite 11cm hoch).

Außerdem hatte ich vom lokalen Schlosser eine Winkel-Schiene aus Edelstahl anfertigen lassen (40x40x3mm) und diese durch 4 Laschen mit der Bodenplatte verschraubt. Da ich auch in der Garage Fliesen legen will, ist das ein prima Kantenschutz (siehe Fotos).

Der Estrich inklusive Dämmung kommt auf knapp 50€/m², das hat sich im Vergleich zur Bodenplatte aber definitiv sehr gelohnt. Der Boden ist schön eben geworden. Selbst hätte man das nur mit 3-4 Helfern bewerkstelligen können, hätte am Ende aber nicht viel dabei gespart. Von der Menge der Materialien und der Plackerei ganz zu schweigen…

Inzwischen ist der Estrich knapp 3 Wochen alt, d.h. in 1-2 Wochen können wir mit dem Fliesen beginnen.
Davor werden aber noch die Wände und auch die Decken in Keller und Garage gestrichen.

WC gefliest und montiert

Die nächste Baustelle ist abgehakt – wir haben die Wand im WC gefliest und Waschbecken & Toilette montiert.

Da uns das Format der Metro-Fliesen sehr gut gefällt, aber uns die typische Facette (3D Look) bei einem deckenhohen Fliesenspiegel zu heftig war, haben wir uns für die Boston-Fliese (FAP ceramiche) in gesso (weiß) entschieden. Diese hat auch eine unregelmäßige Oberfläche.

Bei den Beispiel-Bildern vom Hersteller sieht sie sehr einheitlich aus, deshalb haben wir mit einer weißen Wand gerechnet. Als wir die Fliesen abgeholt haben und zwei Pakete geöffnet haben und ein paar Fliesen vor uns auf den Boden ausgelegt haben, ist uns auch kein Farbunterschied aufgefallen. Aber als wir dann während dem Verlegen das dritte Paket geöffnet haben, hatten wir auf einmal bräunliche Fliesen in der Hand.

Nach dem ersten Frust dann aber überlegt, wie wir weitermachen. Also die verschiedenen Töne gut gemischt und weiter ging’s im wilden Verband.

Immerhin ließen sich die Fliesen super mit dem Fliesenschneider kürzen. Und dank dem kleinen Format (30×7) gab’s eigentlich kaum nennenswerten Verschnitt.

Mittlerweile könnten wir uns wohl als Fliesenleger vermarkten, so routiniert ging es Reihe um Reihe nach oben. Für die 6m² haben wir insgesamt 7h gebraucht – mit Zwangsunterbrechung, da wir nicht genügend Fliesenkreuze mehr hatten und so die untere Hälfte erst haben trocknen lassen, um die Fliesenkreuze dann einen Tag später für den Rest wiederverwerden zu können.

Um das Fugenmaterial (PCI Nanofug) etwas besser verarbeiten zu können, habe ich etwas mehr Wasser benutzt, als im Rezept angegeben. Ansonsten hat man es schwer, den Mörtel in die Fugen einzuarbeiten.

Und auch dieses Mal waren wir beim Abwaschen nicht schnell genug, also wieder einen leichten Beton-Schleier produziert. Auf weißen Fliesen fällt der zum Glück aber wesentlich geringer auf, als auf unseren grauen Bodenfliesen 😉

Als alles dann getrocknet war, wurden noch schnell das WC und Waschbecken montiert. Das ist relativ unspektakulär und war recht fix erledigt. Gute Anleitungen gibt’s hier zuhauf, auch von den großen Baumärkten. Wichtig ist, die Rohrlängen beim WC-Anschluss richtig zu messen. Und Fermit-Paste ist beim Einstecken der Rohre sehr hilfreich.

Fehlen nur noch die Silikon- und Acrylfugen, die machen wir dann zusammen mit dem Spritzschutz (Acrylglas) in der Küche.

Wohnzimmer – Tapezieren, Streichen und Netzwerkdosen setzen

Eigentlich wollten wir im ganzen Haus eine glatte Wandoberfläche haben. Der Aufpreis von knapp 7 T€ für Wände und Decken hatte uns aber davon abgehalten.
Um wenigstens die prägnanteste Wand im Wohnzimmer vom Rest der Rauhfaser abzusetzen, haben wir diese Wand nicht tapezieren und streichen, dafür aber eine Q3 Spachtelung machen lassen.

Nach der Hausübergabe haben wir uns also ans Werk gemacht und bei über 30°C versucht, die Wand zu tapezieren. Das ging aber komplett daneben… schon direkt nach dem Tapezieren gab es einige Stellen, wo sich die Tapete von der Wand gelöst hat. Zum einen, weil durch die hohe Temperatur und den zu geringen Auftrag der Kleister extrem schnell getrocknet ist. Zum anderen, weil wir beim Korrigieren (=stellenweise wieder Abziehen) keinen neuen Kleister aufgetragen haben.

Da wir nicht sonderlich Lust hatten, die Tapete wieder komplett zu entfernen, haben wir es erstmal mit Reparieren versucht. Also Flüssigkleister benutzt und alle abgelösten Stellen unterspritzt. Zusätzliche die Stöße gelöst, neu eingekleistert und angedrückt. Nach dem ersten Streichen (und zusätzlichem Verspachteln der Stöße) sah es auch ganz passabel aus, nach dem zweiten Streichen ging das Ablösen aber wieder los und spätestens jetzt war klar, dass die Tapete komplett runter muss.

Gesagt, getan. Beim zweiten Mal konnten wir die Fehler vom ersten Versuch vermeiden und das Ergebnis sieht klasse aus. Beim Tapzieren waren wir so konzentriert dabei, dass wir sogar das Fotografieren vergessen haben 🙂

Hier also unsere persönlichen Tipps, wie es bei uns schließlich geklappt hat:

  • Den richtigen Kleister verwenden. Renoviervlies ist nicht Vliestapete => Metylan Secura (inkl. Grundierung)
  • Tapetenbahnen vorher zuschneiden (oben und unten 10cm dazugeben)
  • Bei der Lichtquelle (Fenster) anfangen, so fallen die Stöße weniger auf
  • Die erste Tapetenbahn mit langer Wasserwaage anzeichnen.
  • Kleister nur Bahn für Bahn aufbringen. Nicht mit Kleister sparen.
  • Tapete oben ansetzen (10cm Tapete Richtung Decke überstehen lassen) und das obere Drittel an der angezeichneten Linie absolut perfekt ausrichten und mit einer Tapetenbürste diagonal anstreichen/leicht andrücken.
  • Dann langsam nach unten arbeiten und immer an der angezeichneten Linie bleiben. Das diagonale Anstreichen/Andrücken verhindert Falten/Blasen
  • Kommt man doch schräg, die Tapete wieder bis fast (oder sogar ganz oben) abziehen und – wichtig – neuen Kleister auftragen
  • Sitzt die Bahn perfekt, mit großer Andrückrolle fest andrücken und mit der kleinen Andrückrolle speziell die Stöße fest andrücken
  • Alle weitern Bahnen Stoß an Stoß verkleben
  • Auslässe für Schalter/Steckdosen während dem Anbringen mit dem Messer grob ausschneiden/einstechen, damit sich daneben/darunter keine Falten bilden
  • Erst am Schluss mit einem dünnen Lineal und einem sehr scharfen Cuttermesser (Klinge oft wechseln) die Überstände oben und unten (nicht ganz in der Ecke) abschneiden und mit der kleinen Andrückrolle wieder fest andrücken

Beim zweiten Tapezieren haben wir deutlich weniger Zeit gebraucht, also alles eine Frage der Übung. Wenn man – so wie wir – noch nie vorher tapeziert hat, fängt man also besser mit einer unauffälligen Wand zum Üben an 😉

Insgesamt haben wir die Wand dann weiß grundiert (normale Dispersionsfarbe) und einmal mit Kreidefarbe gestrichen (deckt sehr gut). Die matte und glatte Optik finden wir klasse (Kreidefarbe von Via, Farbton nennt sich Jungfer im Grünen), ist ein helles grau mit einem leichten Lavendel-Stich.

Anschließend also wieder alle Steckdosen und Schalter angebracht und noch die selbst besorgten Antennen- und Netzwerkdosen montiert.
Hatte ich mich anfangs noch gewundert, warum Schwörer pro LAN-Kabel eine separate Dose gesetzt hat, war dann beim Montieren aber doch recht froh darüber. Zwei CAT-7 Kabel in einer Dose („Doppelauslass“) ist bei der Montage natürlich kniffliger, da der Platz schon bei einem Kabel recht eng ist. Habe die Dosen als auch Abdeckungen von Peha verwendet (wir haben Peha Dialog bei Schwörer aufgemustert). Die sind zwar etwas teurer, aber Preis/Leistung stimmt, die Qualität ist top!

Jetzt fehlt nur noch ein schneller Internet-Anschluss und der Server/Netzwerkschrank im Keller wartet auch schon auf die Installation 🙂