Parkett im OG und eine Überraschung

Direkt nach dem Küchenaufbau ging es an das Verlegen vom Fertigparkett im Obergeschoss. Wir haben uns für eine leicht weiß geölte Eiche-Landhausdiele entschieden und sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. In Kombination mit einer sehr guten Trittschalldämmung für Fußbodenheizung (Haro Silent Energy DS) war es kein Hexenwerk, das gesamte Obergeschoss (3 Zimmer und Flur) in etwa 2 Tagen zu verlegen. Je verwinkelter der Raum, d.h. je mehr Dielen man zurechtsägen muss, desto länger dauert das ganze. Hatte mir zum Glück vorher einen Plan gemacht, so dass der Fugenverlauf zwischen Flur und den Türen einheitlich ist. Dazu muss man speziell beachten, dass man meistens nicht mit einer ganzen Dielenbreite im Raum beginnen kann.

Hatte mir noch von Metabo eine Kappsäge besorgt, die war wirklich jeden Cent wert. Das Ablängen geht deutlich schneller und sauberer als mit der Stichsäge.

Die Vorbereitung der Räume (unsere Maler haben doch recht viel Spachtel und Farbkleckse hinterlassen) und das Auslegen und Verkleben der Trittschalldämmung dauerte bei mir länger als das eigentliche Verlegen.

Beim Parkett gibt es nur wenige Dinge zu beachten: es muss genügend Abstand zu festen Bauteilen gelassen werden (ca.10 mm), der Dielenversatz muss mindestens 30cm sein und Reststücke kürzer als 30cm sollten nicht verwendet werden.

Schmale Dielen (z.B. beim Raum-Anfang oder Ende) habe ich außerdem mit der Nachbar-Reihe verleimt.

Dank wildem Verband (der in Echt lange nicht so stark auffällt wie auf meinen Zeichnungen/Plänen) ist außerdem der Verschnitt minimal. Ab und an musste ich eine Diele aussortieren, da die Oberfläche zu rauh oder beschädigt war, aber das waren auf 40 Pakete vielleicht 2-3 Stück.

Nicht zu unterschätzen ist auch das Thema Dehnungsfugen und Übergangs-/Abschlussleisten. Da die Profile leider nicht rechtzeitig gekommen sind, musste ich mich an den Profil-Zeichnungen orientieren, um genügend Abstand zwischen den Räumen/Dielen zu lassen. Die Montage im Nachhinein hat dann auch ganz gut geklappt. Wegen der Aufbauhöhe (14.5mm) habe ich mich für die Profi-Tec Master von Prinz entschieden (Edelstahl poliert), mit dem höheren Basis-Profil. Das Basis-Profil wird dabei mit dem Untergrund verschraubt oder geklebt, und das Deko-Profil geclipst, also ohne sichtbaren Schraubköpfe. Sieht sehr edel aus und passt farblich perfekt zum Parkett.

Nachdem die ersten beiden Räume fertig verlegt waren, gab’s dann doch leider noch eine Überraschung: 3-4 Dielen bewegen sich beim Drüberlaufen.

In der Verlege-Anleitungen ist angegeben, dass Unebenheiten bis 3mm (auf 2m Länge) erlaubt sind. In dem Raum gab’s die auch (trotz Ausgleichsmasse von Schwörer), da die Fugen der Beton-Fertigteile leider nicht besonders sauber ausgeführt wurden.

Hatte also einfach darüber verlegt und gehofft, dass sich das Wippen beim Gehen nach ein paar Tagen bessert.

Da das aber leider nicht der Fall war (und die Zeit knapp, unser Bauleiter in Urlaub und der Trupp nebenan schon abgezogen), habe ich den spontanen Entschluss gefasst: der Boden muss nochmal raus.

Gesagt, getan. Dank Klick-System (und nur wenigen Verleimungen) war das Parkett schnell wieder draußen. Die Trittschalldämmung habe ich einfach wie einen Teppich zur Seite hin aufgerollt. Nach genauer Prüfung mit Wasserwaage und Richtlatte und einer einzelnen Diele war dann auch schnell das Problem gefunden. Die Ursache für das Wippen waren nicht die grob verspachtelten Fugen (ca. 3mm Unebenheiten), sondern die Ausgleichsmasse!

Weder der Trupp noch ich hatten bemerkt, dass das kleine Beton-Teil vor dem bodentiefen Fenster nach oben gedrückt wurde. D.h. mit der Ausgleichsmasse wurde eine Steigung zum Fenster hin eingebaut. Die ist mir vor dem Verlegen nicht aufgefallen. Und das auf eine Länge von ca. 1m. Da die Dielen aber 2m lang sind, gab es also einen Hohlraum vor dem Fenster, der beim Betreten für die Bewegung der Dielen gesorgt hat.

Also: Flex mit Diamant-Scheibe geschnappt und das kurze Beton-Teil vor dem Fenster ca. 2-3mm runtergeschliffen. Anschließend mit dem Schwingschleifer geglättet und gleich noch alle Beton-Fugen eben geschliffen.

Das war nicht nur sehr anstrengend, sondern hat auch unglaubliche Mengen an Staub verursacht! Ohne Augen- & Atemschutz ist das nicht machbar. Innerhalb Sekunden ist der ganze Raum vernebelt, so dass ich immer wieder Pausen zum Lüften und Staubsaugen machen musste.

Im ersten Moment war das natürlich sehr ärgerlich, aber Schwörer hat sich hier kulant gezeigt. Und ich bin sehr froh, dass ich das noch repariert habe. Klar, man könnte wohl damit leben, dafür würde man sich jedes Mal beim Drüberlaufen ärgern.

Also lieber den Untergrund vor dem Verlegen sehr genau prüfen – das hätte mir wohl einen halben Tag Aufwand erspart.

Wie wichtig das Prüfen ist, wird sich auch noch im Erdgeschoss zeigen. Fortsetzung folgt 😉

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6 Gedanken zu “Parkett im OG und eine Überraschung

  1. Macht Spass, deinen Blog zu verfolgen 🙂
    Frage: Obwohl ich kein Vollblut-Heimwerker bin und wenig Eigenleistungen geplant habe, brauche ich natürlich als zukünftiger Häuslerbesitzer auch gutes Werkzeug. Eine Flex und ein Schleifer fehlen mir noch. Welche Geräte sind auf dem Bild (blaue Bosch und Makita, vermute ich)? Bist du damit zufrieden und kannst es empfehlen oder hast du andere Tipps? (Auch gerne generell für andere Werkzeuge). Danke. 😉

    Gruss, Rick

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    • Freut mich, dass ich weiterhelfen kann 😉

      Da ich hobbymäßig mit Holz und Beton arbeite, habe ich mir jetzt für meine Werkstatt ein paar schöne Werkzeuge gegönnt. Generell kann ich die Flex (Bosch GWS 1000 – 125mm) und den Schwingschleifer (Makita BO3711) empfehlen. Hängt aber natürlich auch immer vom Einsatzgebiet ab…

      Meine aktuellen Liebings-Spielzeuge (d.h. permanent im Einsatz) sind der Akkuschrauber (Festool CXS Li), die Tauchsäge (Bosch GKT 55 GCE) und die Pendelhubsäge (Makita 4351FCTJ mit LED).

      Viele Grüße,
      Matthias

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    • Habe den 1.5 – und der hält seeeehr lange durch. Habe zum Beispiel alle OSB Platten im Speicher mit einer Ladung verschrauben können… uneingeschränkte Empfehlung, insbesondere die Sets mit ein bisschen Zubehör, wie z.B. weitere Aufsätze o.Ä.

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  2. Hallo Mathias,

    ich lese wirklich regelmäßig deine Beiträge(ich schätze von aktuell über 92000 Klicks, stammen 5000 klicks von mir :-)) und ich finde das sehr toll, dass Du noch genug Zeit findest für den Blog. Wirklich SUPER!

    wir bauen auch mit Schwörer-Haus und sind ziemlich am Anfang der Planung( das Haus wird nächstes Jahr im Mai-Juni fertiggestellt). Bis dahin studiere ich weiterhin alle Informationen.

    Ich finde eure Landhausdiele wirklich sehr schön. Wo habt ihr das gefunden/gekauft?

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