Bad: Waschtisch und DIY Konsole mit Beton Ciré und Ikea Godmorgon

Das erste DIY Projekt nach dem Einzug auf unserer Prio-ToDo-Liste war unser Waschtisch im Badezimmer.

Da wir die Platte/Konsole selbst herstellen und mit zwei Ikea Godmorgon-Schränken (100er) ergänzen wollten, haben wir bei Schwörer den Waschtisch abgemustert und auch selbst besorgt (Duravit Vero* mit Grohe Eurosmart Cosmopolitan Armatur*, passend zu den restlichen Armaturen von Dusche/Wanne).

Hier kann man ordentlich Geld sparen. Die Qualität der Godmorgon Serie kann mit vielen teuren Marken mithalten bzw. ist sogar noch hochwertiger. Wir waren beim Besuch diverser Bad-Ausstellungen ziemlich geschockt, was da teilweise für Mondpreise für minderwertige Qualität verlangt werden.

Als erstes wollten wir also die beiden Godmorgon-Unterschränke aufbauen. Wir hatten sie – passend zum Parkett – in Eiche gekauft. Doch beim Auspacken stellen wir fest: der Farbton passt weder zu den Fliesen noch zum Parkett im Flur. Unsere Eiche ist eher rötlich, die von Ikea grünlich. Geht gar nicht. Also wieder zurück zu Ikea und problemlos in hochglanz weiß umgetauscht. Super Service!

Das spannendste an der Montage war aber die Herstellung der Betonplatte. Um eine möglichst schlanke Optik aber trotzdem noch gute Stabilität zu erreichen, habe ich mich für eine 18er OSB Platte als „Kern“ entschieden. Die Beton Ciré Beschichtung trägt hier (einseitig) nochmal ca. 2mm auf. Durch die rauhe, ungeschliffene Oberfläche haftet die Beschichtung sehr gut, allerdings braucht man auch ein bisschen mehr Beton. Also die Ausschnitte für das Becken und Armatur gemacht und mit Haftbrücke grundiert, dann ging’s auch schon an’s „Betonieren“.

Um die Optik unserer Bodenfliese aufzugreifen, haben wir noch die Betonfarben schwarz und steingrau dazugegeben Verhältnis 2:1). Beton Ciré läßt sich recht einfach verarbeiten. Allerdings haben wir ja auch schon ein wenig Erfahrung in der Verarbeitung von Beton. Die erste Schicht war jedenfalls schnell aufgespachtelt (inkl. Kanten und ein bisschen Unterseite) und verpresst.

Ein Tag später folgte noch eine zweite Schicht und nach dem Trocknen habe ich dann mit dem Schwingschleifer und angeschlossenem Sauger (wichtig!) den Beton Ciré geschliffen und leicht poliert. Das Ergebnis passt sehr gut zu unseren Fliesen.

Bei der Versiegelung haben wir uns für die sicherste Variante entschieden (seidenmatte Polyurethan-Beschichtung). Hierfür werden 3 verschiedene Komponenten benutzt, die jeweils in 2-3 Schichten aufgetragen werden. Dabei verliert der Beton leider seine typische Haptik, aber die Optik passt nach wie vor.

Bei der Montage gab’s dann auch noch eine Überraschung. Bei der Planung haben wir einen Fehler bei der Höhe für den Wasser-Ablauf gemacht. Wir haben nicht berücksichtigt, dass der Ablauf des Waschtisches ein paar Zentimeter tiefer als das Waschbecken selbst liegt und zudem noch die Ablaufgarnitur auch nochmal 10cm tiefer kommt.

Insgesamt hätten wir das Becken samt Konsole also 10cm höher montieren müssen, als wir geplant haben. Das hat uns von der Ergonomie her aber überhaupt nicht gepasst.

Also ein paar andere Siphons und Ablaufgarnituren besorgt und die verschiedenen Kombinationen ausprobiert. Letztendlich mussten wir unsere Planhöhe nur um ~2cm überschreiten, haben dafür aber keinen verschließbaren Ablauf* mehr (wollten eigentlich einen Push-Open* haben) und konnten einen Raumsparsiphon* verwenden, der auch perfekt zum Godmorgen passt. D.h. die Schubladen lassen sich problemlos öffnen.

Lediglich am hinteren Querbalken mussten wir Aussparungen für die Eckventile und den Ablauf aussägen, der Stabilität hat das aber nicht merklich geschadet. Etwas abenteuerlich war dann aber das Durchbohren der Fliesen. Feinsteinzeug ist sehr, sehr hart…

Die Kombi insgesamt finden wir jedenfalls sehr empfehlenswert und werden sie noch um einen Godmorgon Hochschrank erweitern. Endlich viel Platz für alle Bad-Utensilien und eine aufgeräumte Platte. Die Tage, an denen wir uns in der Badewanne die Hände waschen und Zähne putzen mussten sind also vorbei 🙂

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Der Einzug

Der Umzugstermin war bei uns wegen Urlaub & co fest gesetzt und durch diverse Verzögerungen war eigentlich schon sehr früh absehbar, dass wir mit den Eigenleistungen nicht fertig werden können.

Die wichtigsten Dinge aber konnten wir zum Glück noch alle rechtzeitig fertigstellen, so dass der Alltag ohne größere Einschränkungen funktioniert: Parkett inkl. Ölen, Küche, Bad und Türen war unser Ziel, das wir auch (fast) erreicht haben.

Den Umzug selbst haben wir komplett in Eigenregie gemacht: Transporter für 3 Tage gemietet, alle Möbel abgebaut, insgesamt etwa 60 Umzugskisten gepackt und in 4 Fuhren in’s neue Haus geschafft. Und das alles noch während der gigantischen Hitzewelle Mitte August.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an unsere tüchtigen Helfer, ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!

Dank Möbelstellplan und Umzugskisten-Inventarliste haben wir Abends dann immer noch Möbel aufgebaut und die Kisten in die richtigen Zimmer verteilt. So konnten wir z.B. Schränke gleich einräumen (Kleidung, Bücher, Büro, …). Trotzdem blieb das Chaos natürlich nicht aus, aber das gehört ja schließlich dazu…

Am ersten Umzugstag hatten wir spontan beschlossen, schon im Haus zu übernachten. Also spät abends noch schnell das Bett aufgebaut und nach den ganzen Anstrengungen tief und fest geschlafen.

Und nachdem all die Strapazen überstanden waren, haben wir erstmal den Garten standesgemäß eingeweiht: wenn wir uns schon nicht für ein Haus von Weber entschieden haben, dann wenigstens für einen Weber Grill 😉

Endlich Internet – Teil 1

Es ist vollbracht – wir haben endlich Internet (und damit auch Telefon)!

Wie bereits berichtet ist unser Neubaugebiet leider (noch) nicht mit schnellem Internet gesegnet. KabelBW bzw. unitymedia sieht wohl keinen Bedarf, knapp 70 Haushalte mit einem Kabel-Anschluss zu beglücken.

Und auch bei der Telekom war lange nicht absehbar, ob / wann VDSL verfügbar sein wird.

Auch der „normale“ DSL Anschluss hat bei uns leider mehrere Monate gedauert und es wird auch wohl noch ein paar Wochen/Monate (?) dauern, bis der VDSL-Kasten in unserer Straße mit dem nötigen Glasfaser-Kabel versorgt wird.

Zurück in der Internet-Steinzeit angekommen (400 kbit/s) können wir jetzt aber immerhin ein paar Blog-Artikel zum Einzug und Innenausbau nachreichen.

Eure vielen netten Mails und inzwischen über 110.000 Clicks sind natürlich eine prima Motivation dafür, vielen Dank!

Innentüren eingebaut – Holz- und Betonwände

Eine Innentür einzubauen ist eigentlich keine große Sache, zumindest wenn die Wandöffnung der DIN entspricht und man die Zarge einfach mit Montageschaum einbauen kann.

Bei den Holzwänden in EG und DG war das ganze aber etwas aufwändiger, als ursprünglich angenommen. Im Schwörer-Portal und Blog gibt’s ein paar gute Hinweise, wie die Türen eingebaut werden, und vom Bauleiter haben wir auch noch eine umfangfreichere Anleitung bekommen.

Trotzdem habe ich für die erste Tür in etwa 4-5 Stunden gebraucht. Das Ausstemmen der Bandtaschen war jedenfalls schnell erledigt. Zuerst habe ich dazu die beiden Stellen von der Zarge auf die Wand übertragen und mit dem Stechbeitel ca. 2.5cm tief den Holzbalken ausgestemmt. Anschließend noch mit der Stichsäge die Holzwerkstoffplatte eingeschnitten.

Dabei hat sich dann rausgestellt, dass die Türöffnung (Höhe) zu klein für die Zarge ist. Der Balken (siehe Foto) hatte immer die richtige Höhe, die Holzwerkstoffplatte und Rigipsplatte standen aber teilweise ca. 4-5cm über, so dass hier die Stichsäge ran musste (bei jeder Tür). Teilweise musste ich bis zu 3cm wegschneiden und hatte dann auch noch ziemlich viele Klammern im Weg (Rigips auf Holzplatte), so dass ich bei 6 Türen das ein oder andere Sägeblatt verheizt habe…

Bei der ersten Tür (Badezimmer) war außerdem der Abstand Tür->Wand zu klein und die Fliesen nicht im Wasser verlegt (der Fliesenleger musste eine 2cm Fuge am Rand überbrücken und hat die unteren 2 Fliesenreihen leicht gekippt eingebaut). So musste ich die Zarge im unteren Bereich zusägen (auch siehe Foto).

Absolute Kaufempfehlung kann ich für das Montageset von Wolfcraft aussprechen. Es hat gerade noch zwischen Türöffnung und Zarge gepasst (1cm Spiel) und ich konnte damit die zusammengebaute Zarge perfekt ausrichten und fixieren. So kann man vor dem Verschrauben/Schäumen das Türblatt einhängen und prüfen, ob alles passt.

Und auch beim Verleimen und Transportieren der Zarge sind die Spanner auch schon vor dem Einbau eine große Hilfe.

Als die Zarge also fertig ausgerichtet war, habe ich die seitlichen Dichtungen gelöst (geht am besten mit einem dünnen Spachtel). Habe links und rechts jeweils 4 SPAX (4.5×60) diagonal unter die Dichtung eingeschossen. Dabei muss man sehr aufpassen, dass der Winkel der Schraube nicht zu flach oder zu steil ist.

Zu flach -> die Schraube ist nicht tief genug im Holzbalken. Zu steil -> es gibt durch den Schraubenkopf eine sichtbare Delle in der Zarge.

Die Drückergarnitur zu montieren war recht einfach. Es ist wichtig, sehr genau beim Bohren/Anzeichnen zu arbeiten. Unbedingt vorsichtig von beiden Seiten bohren, sonst gibt es garantiert Probleme mit dem Drücker/Schloss.

Nach der zweiten Tür ging’s dann recht routiniert weiter, so dass ich pro Zarge & Tür nur noch ca. 2h gebraucht habe (inkl. Ausstemmen/Sägen).

Deutlich einfacher war dann das Einbauen der Kellertüren – dank Betonwände. Hier hatte ich für die 4 Türen knappe 6h gebraucht – wenn man die Trockenzeit des Zargenschaums nicht mitrechnet. Vor dem Schäumen habe ich die Wand und die Zarge innen leicht mit einem Zerstäuber mit Wasser befeuchtet, damit quillt der Schaum besser auf.

Den Karton der Zarge kann man außerdem prima benutzen, um die Zarge vor dem aufquellenden Schaum zu schützen. Der ausgetretene Schaum kann nach dem Trocknen einfach mit einem Cutter abgeschnitten werden, bevor die Zargenbekleidung aufgesteckt wird.

Parkett im EG – Unebenheiten die Dritte

Nachdem alle LED Spots* sauber verkabelt und eingebaut waren, ging’s dann endlich los mit dem Parkett im Erdgeschoss, sprich Wohnzimmer/Essbereich, Flur und Büro (knapp 60m²). Hier ist eine gute Vorplanung unbedingt empfehlenswert. In unserem Fall haben wir an der Fensterseite viele verschiedene Wände/Tiefen (Bodentiefes Fenster, Schiebetür) und um das ganze nochmal etwas zu steigern, noch die Fliesen um den Ofen. Um hier ein schönes Verlegebild zu bekommen, und an keiner Raumwand mit einer zu schmalen Diele zu enden (weniger als 5cm sind IMHO nicht zu empfehlen), muss alles sehr genau gemessen werden.

Zum Glück hatte ich viele kurze Parkett-Reststücke aus dem OG, die ich für eine Trocken-Übung benutzen konnte, um die Breite der erste Dielenreihe zu bestimmen und einen optischen Eindruck zu bekommen. Für das Berechnen und Zusägen der ersten Dielenreihe habe ich in etwa gleich lang gebraucht wie für die restlichen ~35m² bis zum Flur und Büro. Die große Fläche ist mit den großen Landhausdielen sehr schnell verlegt. Hat richtig Spaß gemacht.

Und mit jeder Reihe habe ich mich mehr und mehr über die Optik des Bodens gefreut. Nach unserem Geschmack absolut die richtige Entscheidung. Auf den Fotos kommt leider nicht der genaue Farbton rüber. Das Parkett sieht sehr warm aus und fühlt sich toll an (gehobelt und umlaufend gefast). Nutze jede Gelegenheit, barfuss zu laufen 🙂

Die Beton-Fliesen in Küche und unter dem Ofen passen auch hervorragend dazu. Für den Übergang habe ich mich auch hier für das Übergangsprofil von Prinz entschieden. Zu den bodentiefen Fenstern und der Schiebetür verwende ich das entsprechende Abschlussprofil, um die nötige Dehnungsfuge (12-14mm) einhalten zu können.

Da ich auch noch ein Basisprofil mit niedrigerer Höhe übrig hatte, habe ich das verwendet und einfach noch einen Streifen Trittschalldämmung unterlegt und mit sehr kurzen Schrauben verschraubt – so perforiere ich die Leitungen der Fußbodenheizung nicht und das Profil hält bombenfest. Die Stirnseite der Dielen habe ich entsprechend abgeflacht.

Während ich im OG die Basisprofile mit dem Beton verklebt hatte (spezieller 1K Montagekleber), konnte ich sie im EG dank Trockenestrich prima verschrauben. Das habe ich mich bei den Beton-Platten im OG nicht getraut, da ich nicht weiß, auf welcher Tiefe die Heizungsrohre eingegossen sind. Beim Trockenestrich hatte ich den Aufbau sehr gut dokumentiert und mir auch noch ein kleines Reststück der Gipsbauplatte beim Innenausbau gesichert.

Nach zwei Tagen Verlegen (mit anderen Arbeiten dazwischen und im Büro war ich auch immer mal wieder) bin ich dann im Flur angekommen. Hatte dort schon vorher eine leichte Unebenheit gefunden, aber mich dazu entschieden, erstmal die Dielen zu verlegen. Und auch hier wieder das gleiche Problem – der Boden gibt nach, die Delle ist auf die ~1.2m Flurbreite zu tief.

Also die paar Dielen wieder raus und dieses Mal mit einer gewissen Routine grundiert, abgeklebt und den Rest der Ausgleichsmasse angerührt, verteilt und entlüftet. Letzteres dieses Mal mit Nagelschuhen (sehr empfehlenswert), da ich nach dem Gießen den hinteren Flur ja sonst nicht mehr erreichen konnte. Das Abkleben hier ist sehr hiflreich. Zum einen verhindert es, dass die Ausgleichsmasse in die Wandfuge läuft, zum anderen ist es ein prima Spritzschutz beim Entlüften.

Die Masse hat gerade so gereicht, der Boden ist auch hier jetzt eben geworden. Da außerdem die Dielen im Flur sehr einfach wieder auszubauen sind, habe ich es gewagt, auf eine Dehnungsfuge zwischen Wohnzimmer und Flur zu verzichten. Bisher, also nach knapp 4 Wochen und heftigen Temperatur-Schwankungen (18-33°C), gab es keine Probleme, die Dehnungsfuge an den Wänden (~12mm) reichte bisher aus. Im Winter wird sich dank Fußbodenheizung noch zeigen, ob das eine gute Idee war 😉

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Unebenheiten die Zweite und 12 LED Spots

Leider hat sich beim ausführlichen Prüfen des Trocken-Estrich dann auch im Erdgeschoss herausgestellt, dass es noch einen recht großen Bereich gibt, der mit bis zu 6mm Höhenunterschied alles andere als belagsreif ist (5x1m).

Also recherchiert, was zu tun ist und einen weiteren Besuch beim Hornbach absolviert und zwei Sack selbstnivellierende Ausgleichsmasse à 25kg besorgt. Vorher muss der Trocken-Estrch natürlich noch grundiert werden und gut durchtrocknen.

Über diese Zwangspause haben sich meine Knie doch recht gefreut (trotz Knieschoner gehen 2 Tage Parkett-Verlegen nicht spurlos an den Knien vorbei…) und ich konnte die Trocknungs-Zeit der Grundierung nutzen, um die 9+3 LED Spots mit Hilfe von Maurerschnur zu vermessen, anzuzeichnen und zu bohren.

Bei 11 von 12 Löchern hat das auch super geklappt und die Kabel-Schleife war an der richtigen Stelle zu finden. Nur bei einem war noch eine Holzlatte von der Deckenabhängung im Weg. Da es in der Nähe Nachbar-Latten gibt, die auch die Rigipsplatte tragen, bin ich das Risiko eingegangen und habe ihn durchgesägt:

Sonst aber vollkommen problemlos und einfach machbar. Die benötigte Lichtmenge, Verteilung, Winkel etc. hatten wir vorher sehr genau geplant und verschiedene LEDs und Fassungen ausprobiert. Schlussendlich haben wir uns für den GX53 Sockel* entschieden (230V), der mit einer 7W LED von LE bestückt wird.

Doch zurück zur Ausgleichsmasse: hatte beim ersten Versuch nur 10kg angerührt, was natürlich nicht gereicht hat. Außerdem hatte ich die empfohlene Wassermenge verwendet – obwohl in einigen Rezensionen schon gewarnt wurde, dass die Masse dann nicht optimal verläuft. Das kann ich jetzt auch bestätigen – musste mittels Kelle nachhelfen und habe dann sofort „nass in nass“ die gleiche Menge nochmal mit etwas mehr Wasser angerührt, verteilt, mit der Richtlatte glattgezogen und mit einem Handbesen entlüftet:

Nach einem Tag Trockenzeit hatte ich dann einen schön ebenen Boden. Hat sich also absolut gelohnt! Damit die Ausgleichsmasse noch vollständig trocknen und erhärten kann (2-3 Tage bei sommerlichen Temperaturen), wurden als nächstes die Türen im Obergeschoss eingebaut.

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Parkett im OG und eine Überraschung

Direkt nach dem Küchenaufbau ging es an das Verlegen vom Fertigparkett im Obergeschoss. Wir haben uns für eine leicht weiß geölte Eiche-Landhausdiele entschieden und sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. In Kombination mit einer sehr guten Trittschalldämmung für Fußbodenheizung (Haro Silent Energy DS) war es kein Hexenwerk, das gesamte Obergeschoss (3 Zimmer und Flur) in etwa 2 Tagen zu verlegen. Je verwinkelter der Raum, d.h. je mehr Dielen man zurechtsägen muss, desto länger dauert das ganze. Hatte mir zum Glück vorher einen Plan gemacht, so dass der Fugenverlauf zwischen Flur und den Türen einheitlich ist. Dazu muss man speziell beachten, dass man meistens nicht mit einer ganzen Dielenbreite im Raum beginnen kann.

Hatte mir noch von Metabo eine Kappsäge besorgt, die war wirklich jeden Cent wert. Das Ablängen geht deutlich schneller und sauberer als mit der Stichsäge.

Die Vorbereitung der Räume (unsere Maler haben doch recht viel Spachtel und Farbkleckse hinterlassen) und das Auslegen und Verkleben der Trittschalldämmung dauerte bei mir länger als das eigentliche Verlegen.

Beim Parkett gibt es nur wenige Dinge zu beachten: es muss genügend Abstand zu festen Bauteilen gelassen werden (ca.10 mm), der Dielenversatz muss mindestens 30cm sein und Reststücke kürzer als 30cm sollten nicht verwendet werden.

Schmale Dielen (z.B. beim Raum-Anfang oder Ende) habe ich außerdem mit der Nachbar-Reihe verleimt.

Dank wildem Verband (der in Echt lange nicht so stark auffällt wie auf meinen Zeichnungen/Plänen) ist außerdem der Verschnitt minimal. Ab und an musste ich eine Diele aussortieren, da die Oberfläche zu rauh oder beschädigt war, aber das waren auf 40 Pakete vielleicht 2-3 Stück.

Nicht zu unterschätzen ist auch das Thema Dehnungsfugen und Übergangs-/Abschlussleisten. Da die Profile leider nicht rechtzeitig gekommen sind, musste ich mich an den Profil-Zeichnungen orientieren, um genügend Abstand zwischen den Räumen/Dielen zu lassen. Die Montage im Nachhinein hat dann auch ganz gut geklappt. Wegen der Aufbauhöhe (14.5mm) habe ich mich für die Profi-Tec Master von Prinz entschieden (Edelstahl poliert), mit dem höheren Basis-Profil. Das Basis-Profil wird dabei mit dem Untergrund verschraubt oder geklebt, und das Deko-Profil geclipst, also ohne sichtbaren Schraubköpfe. Sieht sehr edel aus und passt farblich perfekt zum Parkett.

Nachdem die ersten beiden Räume fertig verlegt waren, gab’s dann doch leider noch eine Überraschung: 3-4 Dielen bewegen sich beim Drüberlaufen.

In der Verlege-Anleitungen ist angegeben, dass Unebenheiten bis 3mm (auf 2m Länge) erlaubt sind. In dem Raum gab’s die auch (trotz Ausgleichsmasse von Schwörer), da die Fugen der Beton-Fertigteile leider nicht besonders sauber ausgeführt wurden.

Hatte also einfach darüber verlegt und gehofft, dass sich das Wippen beim Gehen nach ein paar Tagen bessert.

Da das aber leider nicht der Fall war (und die Zeit knapp, unser Bauleiter in Urlaub und der Trupp nebenan schon abgezogen), habe ich den spontanen Entschluss gefasst: der Boden muss nochmal raus.

Gesagt, getan. Dank Klick-System (und nur wenigen Verleimungen) war das Parkett schnell wieder draußen. Die Trittschalldämmung habe ich einfach wie einen Teppich zur Seite hin aufgerollt. Nach genauer Prüfung mit Wasserwaage und Richtlatte und einer einzelnen Diele war dann auch schnell das Problem gefunden. Die Ursache für das Wippen waren nicht die grob verspachtelten Fugen (ca. 3mm Unebenheiten), sondern die Ausgleichsmasse!

Weder der Trupp noch ich hatten bemerkt, dass das kleine Beton-Teil vor dem bodentiefen Fenster nach oben gedrückt wurde. D.h. mit der Ausgleichsmasse wurde eine Steigung zum Fenster hin eingebaut. Die ist mir vor dem Verlegen nicht aufgefallen. Und das auf eine Länge von ca. 1m. Da die Dielen aber 2m lang sind, gab es also einen Hohlraum vor dem Fenster, der beim Betreten für die Bewegung der Dielen gesorgt hat.

Also: Flex mit Diamant-Scheibe geschnappt und das kurze Beton-Teil vor dem Fenster ca. 2-3mm runtergeschliffen. Anschließend mit dem Schwingschleifer geglättet und gleich noch alle Beton-Fugen eben geschliffen.

Das war nicht nur sehr anstrengend, sondern hat auch unglaubliche Mengen an Staub verursacht! Ohne Augen- & Atemschutz ist das nicht machbar. Innerhalb Sekunden ist der ganze Raum vernebelt, so dass ich immer wieder Pausen zum Lüften und Staubsaugen machen musste.

Im ersten Moment war das natürlich sehr ärgerlich, aber Schwörer hat sich hier kulant gezeigt. Und ich bin sehr froh, dass ich das noch repariert habe. Klar, man könnte wohl damit leben, dafür würde man sich jedes Mal beim Drüberlaufen ärgern.

Also lieber den Untergrund vor dem Verlegen sehr genau prüfen – das hätte mir wohl einen halben Tag Aufwand erspart.

Wie wichtig das Prüfen ist, wird sich auch noch im Erdgeschoss zeigen. Fortsetzung folgt 😉