Küche in 3 Tagen: bestellt, abgeholt und aufgebaut

Nach ein paar Besuchen in Küchenstudios / Messe mussten wir uns letztendlich zwischen einer Leicht-Küche oder eben Metod von Ikea entscheiden. Preislich liegen hier natürlich Welten dazwischen, baut man die Ikea-Küche selbst auf, was letztendlich zu der Entscheidung pro Ikea geführt hat.

Bisher haben wir’s nicht bereut. Die Elektro-Geräte habe ich online bestellt und per Spedition liefern lassen (bis auf das Kochfeld alles von Siemens), die Küche haben wir im Ikea Online Planer zusammen gestellt und dank dem neuen Online Packservice von Ikea am Vortag bestellt und mit einem Mietwagen abgeholt.

Super Sache! So konnten wir um 10 Uhr direkt bei der Warenausgabe vorfahren und alles direkt in den Transporter laden. Keine lange Schlangen, kein Umherirren zwischen den Regalen, alles fertig gepackt auf einer Palette.

Auf der Baustelle angekommen wurde erstmal alles sortiert und dann ging’s auch schon los. Metod ist – im Vergleich zu Faktum – wirklich sehr einfach aufzubauen. Zuerst habe ich alle Schränke angezeichnet (Wasserwaage), und dann die Hängeschienen an der Wand befestigt (Unter-, Hoch- und Wandschränke). Dank Holzhaus geht das einfach mit SPAX – man muss nur auf die richtige Schraubenlänge achten (bei uns 35mm), damit die Schraube noch leicht die Holzwerkstoff-Platte durchbohrt (davor sind noch 12mm Gipskarton).

Dann alle Korpusse aufbauen (auch wieder kinderleicht) und schon konnten alle Schränke eingehängt und ausgerichtet werden.

Dann kam die Arbeitsplatte dran. Die hatten wir schon deutlich früher bestellt (PERSONLIG nach Maß gefertigt hat ca. 4 Wochen Lieferzeit), kam auch per Spedition. Super verpackt, super Service (inkl. ins Haus tragen!).

Nachdem also alle Unterschränke aufgebaut waren, kam der spannende Moment: die Arbeitsplatte passt perfekt! Wir haben selbst gemessen und auf eigenes Risiko bei Ikea bestellt. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, etwas Puffer (5mm pro Seite) freizulassen, den haben wir gebraucht 😉

Vor dem Fixieren der Arbeitsplatte (Eckverbinder + Versiegelung) wurden als nächstes die Aussparungen für Spüle und Induktionsfeld ausgesägt. Die Schnittkanten habe ich mit dem Rest-Silikon von den Bodenfliesen abgedichtet (geht prima mit einem normalen Spachtel).

Als etwas tricky hat sich die Montage des Ablaufs der Spüle herausgestellt (es wurde keine wirkliche Anleitung mitgeliefert, nur eine Explosionszeichnung aller Teile). Auf dem Bild ist er noch nicht richtig, das ganze muss nochmal um 180° gedreht werden… zudem sind die Eckventile auch selbst zu setzen (kommen nicht von Schwörer bei Küche in Eigenleistung). Hier habe ich die selbstdichtenden Ventile von Schell besorgt, Montage ist völlig problemlos.

Als nächstes wurden dann die Hochschränke samt Backofen/Mikrowelle montiert und die gefühlten 50 Schubladen zusammengebaut, inkl. Front, Einbauschienen und Griffen. Für die Ecken habe ich einfach 20×80 Fronten benutzt, zugesägt und seitlich in den Korpussen (unter leichter Spannung) verschraubt. Sieht gut aus 🙂

Etwas unsicher waren wir uns, wie wir den Platz über den Fenstern nutzen. Also noch eine spontane Fahrt zu Ikea, und Wandschränke besorgt, mit der schicken 3D Front (Herrestad) und einem grauen Korpus.

Natürlich haben wir erst nach Montage der Schiene festgestellt, dass der 20er Wandschrank nicht auf einer Schiene montiert wird. Statt die wieder abzuhängen, habe ich einfach die nötigen Löcher für die Wandbefestigung durch die Schiene gebohrt. So konnte ich schon meinen neuen Edelstahl-Bohrer und das Schneidöl testen 🙂

Rechts neben die Wandschränke kommt dann noch eine Bilderleiste und als Arbeitsplatten-Beleuchtung gibt’s einen durchgehenden LED Stripe (dimmbar), in die Abdeckung der Wandschränke/Bilderleiste eingefräst.

Beim Geschirrspüler habe ich mich für eine Variante mit VarioScharnier entschieden, damit ich den Sockel nicht ausklinken muss. Für die Montage der Front braucht man eine Schablone, die aber aus welchem Grund auch immer nicht zum Standard-Lieferumfang gehört. Habe erst gedacht, ich habe sie beim Auspacken übersehen/entsorgt, aber der kleine Stern in der Montage-Anleitung sagt: Über Kundendienst bestellen. Also kopfschüttelnd bestellt (15 €), muss die Front halt noch ein bisschen warten…

Dunstabzugshaube ist auch noch so ein Thema. Da wir uns noch nicht auf ein bestimmtes Modell festgelegt haben, wollten wir erstmal sehen, wie die Küche sonst fertig aufgebaut aussieht. Wir schwanken aktuell noch zwischen einer normalen Insel-Haube oder was Schickeres à la Berbel.

Die Verpflegung auf der Baustelle ist ab jetzt also deutlich einfacher – Kühlschrank, Spüle und Kochfeld sind schon eingeweiht 🙂

In der Küche fehlt sonst eigentlich nur noch die Bar an der Rückseite vom Induktionsfeld (eventuell mit Beton Ciré verspachtelt), die bildet dann den Übergang zum Essbereich. Das machen wir aber schätzungsweise erst nach dem Einzug. Jetzt kommt erstmal der Parkett in OG und dann EG dran…

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Startschuss Eigenleistungen: Bodenfliesen

Als Einstiegsübung habe ich mit den Bodenfliesen im WC begonnen. Nach Rücksprache mit dem Fliesenleger von Schwörer habe ich den richtigen Kleber (Sopro MG Flex) verwendet, was bei dem Großformat natürlich sehr wichtig ist, da die Fliesen auf dem Trockenestrich (mit Fußbodenheizung) verlegt werden. Grundieren der Trockenestrich-Platten ist vor dem Verlegen natürlich auch ein Muss.

Unsere Bodenfliesen sind 60x60cm groß, und eine Fliese wiegt ca. 10kg. Als eines der wichtigsten Hilfsmittel beim Verlegen hat sich ein Saugnapf herausgestellt (neben den Knieschnonern natürlich).

Habe am Anfang immer nur Kleber für 2 Fliesen angerührt (2kg Pulver + Wasser), da der Kleber nur eine Offenzeit von ca. 30min hat. Bei der Hitze sogar noch weniger… gegen Ende, als wir bei der Küche zu zweit waren, ging dann auch die doppelte Menge.

Verlegt habe ich im sog. Buttering-Floating-Verfahren, also Kratzspachtelung auf die Fliesenrückseite und Kleber auf den Boden auftragen und anschließend durchkämmen (10er Zahnung). Durch das hohe Gewicht der Fliese ist ein Korrigieren der Position im Kleberbett nur mit großem Krafteinsatz möglich.

Um Überzähne zu minimieren, habe ich das Nivelliersystem von Brunplast verwendet, hat hervorragend funktioniert!
Verlegt wurde mit 2mm Kreuz-Fuge.

Das Zuschneiden der Fliesen war etwas aufwändiger als ursprünglich gedacht.

Hatte mir dazu extra einen großen Fliesenschneider besorgt (Bosch PTC 640), und auch im Netz sind einige Erfahrungsberichte zu finden, dass man Feinsteinzeug bis 10-12mm mit dem Fliesenschneider schneiden kann.

Nicht so mit unseren Fliesen… das Ende vom Lied: Flex mit Diamant-Scheibe.
In Kombination mit der passenden Absaughaube absolut empfehlenswert! Diese Kombi ergab bei mir absolut gerade und saubere Schnitte (an Führungsschiene geführt), so dass ich damit sogar noch weitere Sockel problemlos aus übrigen Fliesen schneiden konnte.

Die Ausschnitte für WC & co habe ich dann frei Hand mit der Flex geschnitten, ging relative einfach (von der Rückseite aus geschnitten).

Nachdem die Bodenfliese (und auch die WC-Vorsatzwand) inkl. Sockelleiste verlegt waren, ging’s dann an das Verfugen. Hier hatte ich schon einen flexiblen Fugenmörtel von PCI (Nanofug) besorgt. War etwas mühsamer als gedacht, und weil ich mit dem Waschen nicht schnell genug war, gab’s in der Küche leider einen leichten Beton-Schleier. Der ging dann aber mit viel Schrubben wieder runter.

Zum Schluss haben wir dann noch zu zweit mit Silikon die Fuge zwischen Boden und Sockel-Fliesen geschlossen (PE Rundschnur nicht vergessen) und noch eine Acryl-Fuge zwischen Sockel und Tapete gemacht. Das Silikon habe ich mit Fugenabzieher und speziellem Glättmittel (nicht Spülmittellösung) gut hinbekommen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen (denken wir). Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, das Fliese-Muster vorher auszulegen und vor allem auch die Fliesen-Fugen anzuzeichnen (mit Edding). So hatten wir beim Verlegen immer die Kontrolle, dass alles stimmt. Noch ein Tipp: um gerade Ränder zu bekommen, haben wir vorsichtig Nägel in den Trockenestrich geschlagen (Fußbodenheizung) und mit Maurerschnur gearbeitet. Keine Wand ist 100% gerade, auch nicht bei einem Fertighaus 😉

Insgesamt war der Aufwand recht hoch, wir haben für die ca. 20m² etwa 3 Tage gebraucht. Der Profi bekommt das natürlich deutlich schneller hin. Hat aber auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Jetzt fehlen nur noch die Wandfliesen im WC und in Keller & Garage werde ich schätzungsweise auch noch Bodenfliesen selbst verlegen.

Hausübergabe

Die Hausübergabe hat sich als recht unspektakulär herausgestellt, dauerte aber trotzdem (mit ein paar kleinen Unterbrechungen) knappe 4 Stunden, bis Haus & Keller von innen und außen komplett besichtigt waren. Hierbei wurden auch viele (technische) Details erklärt und unser Bauleiter hat alle unsere Fragen geduldig beantwortet.

Hier und da gab’s kleine Mängel, die festgehalten wurden und noch später entweder vom Bautrupp nebenan (DHH) oder vom Kundendienst behoben werden. Etwas Verzögerung gab es noch durch die Malerarbeiten (Keller/Eingangsbereich).

Ein paar Gutschriften werden wir noch bekommen, z.B. für die Lichtschacht-Aufsätze, die wir nicht benötigt haben und die somit an Schwörer zurück gehen.

Recht kurzfristig vor der Übergabe musste auch noch eine Unebenheit im Obergeschoss  ausgebessert werden, da gab’s eine ca. 1 x 1m große Delle im Beton-Boden (Fertigteil). Hier wurden einfach die ca. 3mm mit einem Fließspachtel ausgeglichen.

Alles in allem sind wir äußerst zufrieden, unser Bautrupp hat uns ein tolles Haus gestellt, bisher gab es wirklich nur Kleinigkeiten zu bemängeln, wie z.B. die Tapezier- & Malerarbeiten. Der erste Maler-Trupp hatte sehr viel Tempo gemacht, um das Pensum noch rechtzeitig zu schaffen, dafür gab’s dann jetzt relativ viel auszubessern (um die Schalter herum wurde nicht sauber gearbeitet, an der Treppe musste die Tapete nochmal komplett neu gemacht werden, etc.).

Nach der Unterschrift unter dem Protokoll sind wir jetzt also tatsächlich Hausbesitzer (aka Eigenheim-Spießer) 🙂

Woche 6 bis Woche 8

Die Zeit vergeht wie im Flug – nach etwas mehr als 8 Wochen Innenausbau haben wir unseren fleißigen und sympathischen Montagetrupp verabschiedet und haben unsere endgültigen Schlüssel erhalten.

Auf diesem Weg nochmals vielen, vielen Dank für eure gigantische Leistung und super Arbeit!
Obwohl doch einige Feiertage dazwischen kamen und unser Trupp zwischendurch sogar auf einer anderen Baustelle aushelfen musste, konnte der Innenausbau fast vollständig in der angepeilten Zeit durchgezogen werden.

Auch wenn der Trupp jetzt abgezogen ist, müssen ein paar Dinge noch geregelt werden: so konnten die Maler z.B. nicht den Eingangsbereich fertig tapezieren und streichen, und für das Bad wurden nicht genügend Wandfliesen geliefert. Also müssen die Maler und der Fliesenleger nochmal anrücken, und die Hausübergabe verzögert sich daher leider.

Außerdem gibt es noch ein paar Kleinigkeiten, die noch behoben werden müssen. Z.B. haben wir die falschen Raumthermostate eingebaut bekommen (normal statt in der Steckdosen/Schalter-Serie), in den Fensterrahmen und der Treppenwange sind ein paar Macken und die Maler müssen noch die ein oder andere Stelle ausbessern. Schließlich fehlt auch noch unser Treppengeländer im OG.

Hoffentlich wird das alles bald erledigt, dann kann endlich die offizielle Hausübergabe stattfinden.

Toll fanden wir, dass unser Trupp auf viele Details geachtet hat und mit uns sehr oft Rücksprache gehalten hat, sobald es fragen zur Ausführung gab, sei es bei der Platzierung des Außenwasserhahns, der Positionen der Wannen- und Duschbrause, Lampen, etc.

Wir waren die Zeit auch noch mit Organisieren und den gefühlt endlosen Paket-Lieferungen und Speditions-Terminen beschäftigt. Kurz bevor das Gerüst abgebaut wurde, haben wir außerdem noch schnell alle Fenster von außen und innen gereinigt (Kärcher Fenstersauger, sehr empfehlenswert!).

Die letzten Tage wurde es etwas hecktisch, aber am Tag der Abreise gab’s noch eine Einweisung in die Haustechnik (Wärmepumpe durch Firma Buderus, Lüftung/WGT, …) und unser Bauleiter hat den BlowerDoor-Test durchgeführt. Da ich gerade zufällig vor Ort war, konnte ich zuschauen und mich über das sehr gute Ergebnis freuen (0.6), das offizielle Protokoll bekommen wir noch zugeschickt.

Neben dem üblichen Papierkram haben wir auch noch alle nötigen Unterlagen für den Schornsteinfeger bekommen, die für die Abnahme von Ofen und Kamin benötigt werden.

Jetzt, da wir das Haus also (fast) für uns haben, können wir Vollgas bei unseren Eigenleistungen geben.

Als erste Aktion haben wir mit dem Spachteln und Tapezieren einer Wohnzimmerwand begonnen. Die haben wir bei Schwörer rausgenommen, um sie mit Renoviervlies (statt Rauhfaster) zu tapzieren – was sich bei 32°C im Haus als nicht die beste Idee rausgestellt hat 😉 Der Kleister war schneller trocken, als wir die Tapete an die Wand bringen konnten. So mussten wir am nächsten Tag nochmal die Ränder und ein paar kleinere Blasen mit Kleister in einem weiteren Arbeitsgang unterspritzen. Jetzt sieht das Ergebnis aber gut aus, kleinere Spalte zwischen den Tapetenbahnen haben wir zugespachtelt und weiß gestrichen, bevor dann später eine Kreidefarbe drauf kommt (von VIA).

Am heißesten Tag der Woche haben wir außerdem unsere Fliesen abeholgt: 20m² 60x60cm Beton-Fliesen für den Küchenboden, um den Ofen und für die Gästetoilette (Boden+Vorsatzwand), sowie 5m² 30x8cm Wandfliesen (FAP Boston) in der Gästetoilette.

Wir konnten es natürlich nicht lassen, gleich mal ein paar Fliesen auszulegen, um die Optik und das Verlegemuster vor Ort zu testen. Die Bodenfliesen sind jedenfalls der nächste größere Punkte auf der Eigenleistungs-ToDo-Liste…

Da jetzt aber endlich die Lüftungsanlage und die Funk-Rollläden fertig installiert sind, ist das Klima im Haus deutlich besser – nur noch ca. 25° bei 36°C Außentemperatur.

Die VarioWave verdunkeln jedenfalls überraschend gut, hier hatten nach der Bemusterung ein bisschen Bedenken.